Kfz-Versicherung zahlt nicht – so gehst du vor

Michaela Kiesel

Hattest du auch schon Probleme, dass die Kfz-Versicherung nach einem Unfall nicht zahlt? Wir sagen dir, wie du in diesem Fall an dein Geld kommst.

Es kommt immer wieder vor, dass eine Kfz-Versicherung die Zahlung nach einem Unfall hinauszögert oder zu wenig beziehungsweise gar nicht zahlt. Daher solltest du von vornherein darauf achten, dir nichts zu Schulden kommen zu lassen. Wenn du nämlich zum Beispiel mit abgefahrenen Reifen fährst, bist du selbst am Unfall Schuld und bekommst von der Versicherung kein Geld. Diese Ausschlussklauseln kannst du in deinem Versicherungsvertrag nachlesen. Wenn die Kfz-Versicherung dir jedoch keine Schuld nachweisen kann, muss die Versicherung des Unfallgegners für den entstandenen Schaden aufkommen.

Kfz-Versicherung zahlt nicht: So verhinderst du Probleme

Versicherungen haben eigene Gutachter, die den Restwert deines Autos, also den Wert nach dem Unfall, einschätzen. Aus diesem und dem Wiederbeschaffungswert, dem Wert des Autos vor dem Unfall, errechnet sich nämlich der Betrag, den du von der Kfz-Versicherung bekommst: Die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert ergibt die Summe, die dir zusteht. Der Gutachter einer Kfz-Versicherungen schätzt den Wert deines Autos jedoch eher zugunsten der jeweiligen Versicherung ein: Bei einem niedrigen Wiederbeschaffungswert und einem hohen Restwert muss sie nämlich weniger bezahlen. Daher empfehlen wir dir, von Anfang an einen eigenen Gutachter einzuschalten. Am besten einen unabhängigen Sachverständigen, den du beispielsweise beim Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e.V. (BVSK) findest. Die Kosten dafür muss die Versicherung übernehmen. Der Versicherung steht es zwar dennoch frei, einen eigenen Gutachter zu schicken, aber du hast dadurch die Einschätzung eines unabhängigen und unvoreingenommenen Sachverständigen auf der Hand.

Wende dich an einen Anwalt

Falls die Kfz-Versicherung nach ungefähr einem Monat noch nicht bezahlt hat, solltest du unbedingt einen Anwalt hinzuziehen. Alternativ kannst du natürlich auch direkt nach dem Unfall einen Anwalt einschalten, die Anwaltskosten trägt nämlich ebenfalls die Versicherung. Der Anwalt kann dir einen unabhängigen Gutachter suchen und den Wiederbeschaffungswert deines Autos einschätzen. Hierfür wird der Preis möglichst identischer Fahrzeuge in deiner Umgebung betrachtet. Eine Überprüfung per Internet ist dabei nicht unüblich – das kannst du natürlich auch selbst machen. Der Anwalt hat damit jedoch mehr Erfahrung mit derartigen Fällen und kann leichter einschätzen, was wirklich relevant ist – wir empfehlen dir daher, die Überprüfung deinem Anwalt zu überlassen.

Falls die Kfz-Versicherung dennoch nicht zahlt, solltest du Klage erheben. Wenn du nicht gelogen hast und alles angegeben hast, kann es gut sein, dass du die Summe erhältst, die dein Gutachter veranschlagt hat. Die Gerichtskosten zahlt jedoch nicht die Kfz-Versicherung – du musst sie selbst tragen, es sei denn du hast eine Rechtsschutzversicherung. Viele Versicherungen geben jedoch nach, noch bevor es zur eigentlichen Verhandlung kommt.

Kfz-Versicherung zahlt nicht: Bleib hartnäckig

Wir raten dir, der Versicherung nur korrekte Angaben zu machen. Solltest du nämlich lügen erhältst du nicht nur kein Geld, du riskierst zudem auch noch deinen Versicherungsschutz. Bei Versicherungsabschluss solltest du dich unbedingt darüber informieren, was deine Pflichten im Schadensfall sind – beispielsweise dass du den Unfall innerhalb einer Woche melden musst – sonst muss die Kfz-Versicherung dir auch nichts zahlen.

Außerdem empfehlen wir dir, hartnäckig zu bleiben. Lass dich nicht mit einer niedrigeren Summe abspeisen als der, die dein Gutachter ermittelt hat. Wenn nur ein geringer Schaden entstanden ist, kann es sich unter Umständen lohnen, ihn selbst zu übernehmen. So verlierst du nämlich deine Schadensfreiheitsklasse nicht. Mehr dazu kannst du in unserem Artikel „Unfallschaden selbst zahlen: Wann lohnt es sich?“ nachlesen.

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