Mit Beitragserhöhungen aus der Notlage – so retten sich die Krankenkassen

Julia Mohr

Die niedersächsische Krankenkasse BKK24 meldete im August als erste Kasse finanzielle Schwierigkeiten. Doch damit ist sie nicht allein. Auch andere Krankenkassen stecken in einer Notlage. Wir erklären dir, was du als Versicherter in solchen Fällen wissen solltest.

Die BKK24 gehört mit rund 135.000 Mitgliedern nicht zu den größten Versicherern in Deutschland. Mit der Meldung eines Liquiditätsengpasses sorgte die Betriebskrankenkasse Anfang August für Aufsehen. Doch auch die großen Krankenkassen haben finanzielle Schwierigkeiten. Was das für dich als Versicherter bedeutet, erfährst du hier.

Allgemeine Regelung bei Insolvenzdrohung 

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Gesetzliche Krankenkassen sind verpflichtet, der Aufsichtsbehörde finanzielle Engpässe frühzeitig zu melden. Dadurch soll genügend Zeit bleiben, um eine Insolvenz zu vermeiden. Verantwortlich dafür sind die Vorstände der Krankenkassen selbst: Versäumen sie es, die Engpässe rechtzeitig zu melden, riskieren sie im Ernstfall eine Haftstrafe. Die BKK24 ist dieser Meldepflicht im August nachgekommen und meldete dem Bundesamt für Sozialversicherung (BAS) vorsorglich eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Das BAS prüfte daraufhin die finanzielle Situation.

BKK24 – von der günstigsten zur teuersten Krankenkasse 

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Ein Grund für die finanzielle Situation der BKK24 ist der niedrige Zusatzbeitrag. Mit einem Beitragssatz von 1,0 Prozent gehörte die niedersächsische Krankenkasse bisher zu den günstigsten Kassen in Deutschland. Um die Notlage zu überbrücken, hat die BKK24 ihren Beitragssatz zum 1. September von 1,0 auf 2,5 Prozent erhöht. Der allgemeine Durchschnittssatz liegt derzeit bei 1,7 Prozent.

Für dich als Verbraucher bedeutet das zwischen 10 und 15 Euro Aufschlag pro Monat. Wie die BKK24 der T-Online berichtet, gelten die Beitragserhöhungen nur für einen begrenzten Zeitraum. Bis zum Frühjahr 2022 sollen die Beiträge wieder auf den durchschnittlichen Zusatzbeitrag sinken. Ein konkretes Enddatum gibt es aber nicht.  

Das erwartet dich als Versicherter 

Für dich als Versicherter ändert sich in Bezug auf die Leistungen nichts. Du kannst weiterhin alle Regel- und Zusatzleistungen der BKK24 in Anspruch nehmen. Falls eine Krankenkasse die Behandlungen nicht mehr bezahlen kann, stehen andere Krankenkassen in der Haftung. So werden alle deine Anwendungen weiterbezahlt. Kein Arzt darf dich aufgrund der finanziellen Notlage deiner Versicherung abweisen.  

Weitere Beitragserhöhungen für 2022 auf Rekordhoch 

Zwar hat die BKK24 als erste ihre Zahlungsunfähigkeit publik gemacht, dennoch ist sie bei weitem nicht die einzige Kasse mit finanziellen Problemen: Die hohen Gesundheitskosten durch die Corona-Pandemie haben die Rücklagen der Kassen weitgehend aufgebraucht. Laut des Vorstandschefs der Barmer Krankenkasse drohen Anfang 2022 massive Beitragserhöhungen, wenn die Kassen keine Zuschüsse erhalten. Unter Umständen könnten Versicherte einen Anstieg von 15,9 auf 17,2 Prozent erwarten.  

Zu teuer? Dann wechsle ganz einfach 

Für das Jahr 2022 sind Beitragserhöhungen für Krankenkassen wahrscheinlich der einzige Ausweg aus der Notlage. Wie hoch die Prämien wirklich ausfallen, bestimmen die Kassen selbst. Für dich als Versicherter entsteht durch die Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Wenn dir deine aktuelle Kasse zu teuer wird, kannst du also ganz einfach wechseln.  

 Gerade wenn du schon seit längerem Mitglied bei deiner Krankenkasse bist, kann sich ein Wechsel lohnen.
Falls du dir bei deiner alten Krankenkasse medizinische Hilfsmittel geliehen hast, musst du diese bei einem Wechsel zurückgeben. Beantrage deshalb unbedingt im Voraus neue Hilfsmittel bei deiner ausgewählten Versicherung.

Weitere Infos zum Krankenkassenwechsel findest du in unserem Blogpost: Gesetzliche Krankenkasse: Jetzt noch einfacher wechseln und bares Geld sparen

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.