Vorsicht vor Selbstbeteiligung beim Carsharing

Lukas Rumpler

Über eine Selbstbeteiligung beim Carsharing denken wohl die wenigsten Nutzer dieses Dienstes nach. Doch bei Unfällen kann es teuer werden. 

Carsharing ist in Deutschland so beliebt wie noch nie, so sollen Anfang 2014 bereits 757.000 Kunden bei den 150 deutschen Carsharing-Anbietern registriert gewesen sein. Das entspricht einem Zuwachs von rund 67,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Selbstbeteiligung beim Carsharing: Achtung vor hohen Kosten

In den Tarifen der meisten deutschen Carsharing-Anbieter ist bereits eine Teilkaskoversicherung enthalten. Mit dieser Information fühlen sich die Kunden sicher. Doch Vorsicht: Auf dich können hohe Kosten durch die Selbstbeteiligung beim Carsharing zukommen. Denn diese Teilkaskoversicherungen sehen eine Selbstbeteiligung von bis zu 1.500 Euro im Schadensfall vor.

Das gilt bei den großen deutschen Anbietern

Flinkster, Cargo und Drive Now sind laut Carsharing-News.de die größten deutschen Anbieter für Carsharing.

Die Tarife bei Flinkster enthalten alle bereits eine Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherung, wobei die Selbstbeteiligung des Kunden im Schadensfall 1.500 Euro beträgt. Allerdings bietet dir das Unternehmen ein Sicherheitspaket für 90 Euro pro Jahr an, das die Selbstbeteiligung im Schadensfall auf 300 Euro reduziert. Dieses Sicherheitspaket verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn du nicht 6 Wochen vor Quartalsende kündigst.

Bei Cargo sind die Fahrzeuge haftpflicht- und vollkaskoversichert. Die Selbstbeteiligung liegt im Schadensfall bei maximal 500 Euro, dies ist in den Mietbedingungen in Paragraf 11 festgehalten. Im Gegensatz zu den anderen Anbietern lässt sich bei car2go die Selbstbeteiligung auf 0 Euro reduzieren. Dazu musst du 9,99 Euro im Monat bezahlen. Das entspricht 119,88 Euro im Jahr.
Das besondere an Car2go ist zudem, dass du das Fahrzeug nicht an einem festen Abstellplatz abstellen musst, sondern es nach der Nutzung irgendwo im Geschäftsgebiet parken kannst.

Beim drittgrößten Carsharing-Anbieter Drive Now besteht für die Fahrzeuge eine Haftpflicht und Teilkaskoversicherung, die die PKW im üblichen Umfang versichert. Bei einem Unfall beträgt die Selbstbeteiligung, die du entrichten musst, höchstens 750 Euro. Um die Selbstbeteiligung zu senken oder ganz wegfallen zu lassen, gibt es verschiedene Schutzpakete, die du dazu buchen kannst. Das berichtet der Carsharing-Blog.  Schutzpaket 1 lässt sich ganz bequem vor jeder Fahrt direkt im Fahrzeug bei Schritt vier des Buchungsvorgangs dazu wählen. Dieses Paket kostet lediglich einen Euro pro Fahrt und reduziert die Selbstbeteiligung auf 350 Euro.  Wenn du oft mit Drive Now fährst, lohnt sich für dich die Reduzierung der Selbstbeteiligung mit Entrichtung eines Jahresbeitrags. Für 99 Euro jährlich sinkt die Selbstbeteiligung auf 350 Euro. Für 199 Euro im Jahr fällt sie sogar ganz weg.

Selbstbeteiligung beim Carsharing: Vertragsbedingungen lesen!

Bei allen großen Anbietern bekommst du also die Möglichkeit die hohen Kosten der Selbstbeteiligung bei einem Unfall zu reduzieren, wenn du jährlich oder monatlich einen festen Geldbetrag bezahlst. Besonders fair und komfortabel ist die Buchung des Zusatzpakets bei Drive Now.

Grundsätzlich gilt: Lies dir in jedem Fall die Vertragsbedingungen genau durch, damit du weißt, wie du dich im Schadensfall verhalten musst und welche Kosten auf dich zukommen können. Bei Unsicherheit frag bei deinem Carsharing-Anbieter nach, wie die Selbstbeteiligung geregelt ist.

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