Diese Versicherungen brauchst du als Student

Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Hausrat  und Co. – die Bandbereite an Versicherungen ist groß. Doch welche Versicherungen brauchst du als Student wirklich und welche kannst du dir getrost sparen? Das erklärt dir Annika Pleil in diesem Gastbeitrag. 

Das solltest du als Student zum Thema Versicherungen wissen

Natürlich hast du als Student andere Dinge im Kopf als das Risiko der eigenen Berufsunfähigkeit oder langweilige Versicherungen. Das Berufsleben mit all seinen Möglichkeiten liegt ja erst noch vor dir! Doch als Student sollte dir klar sein: Man kann sich nicht früh genug Gedanken um die eigene finanzielle Sicherheit machen. Das gilt für viele Bereiche in deinem Leben. Versicherungen sind zwar langweilig, jedoch unabdingbar, um sich sorglos auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren zu können. Mit dem Studium solltest du erste relevante Vorkehrungen für deine finanzielle Absicherung in die Wege leiten. Sei es in Hinblick auf deine Arbeitskraft, deine Gesundheit oder dein Eigentum.

Es gibt einige Versicherungen, bei denen du als Student noch über deine Eltern mitversichert bist. Das sollte dich jedoch nicht dazu veranlassen, dich nicht weiter um deine eigene Absicherung zu kümmern. Es dient eher einem sanften Übergang in das “Erwachsenen-Dasein”, um sich auf die Ausbildung oder das Studium konzentrieren zu können. Zusätzlich fehlen als Student oftmals die finanziellen Mittel, um wirklich für jeden Lebensbereich die passende Versicherung abschließen zu können. Für die wichtigsten Versicherungen gibt es jedoch vergünstigte Tarife, bei denen Studenten und Auszubildende niedrigere Beiträge zahlen können. Die frühzeitige Auseinandersetzung mit wichtigen Versicherungen lohnt sich also auch, um ganz einfach bares Geld zu sparen.

Diese Versicherungen solltest du als Student haben

Auch wenn du als Student nicht sehr viel Geld zur Verfügung hast, gibt es drei Versicherungen, die du in jedem Fall haben solltest. So teuer sind sie auch gar nicht.

Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung. Das gilt natürlich auch für Studenten. Bis zum 25. Lebensjahr sind die meisten Studenten noch über ihre Eltern krankenversichert, wenn diese gesetzlich versichert sind. Bei privaten Versicherungen ist dies nicht immer der Fall. Bist du älter als 25 und/oder übst nebenbei schon einen Beruf aus, bei dem du über 450€ pro Monat verdienst, musst du dich selbst versichern. Die meisten gesetzlichen Krankenversicherungen bieten sogenannte Studententarife an. Der monatliche Beitrag wird auch in der BAföG-Auszahlung in Form eines Zuschusses bedacht. Dieser unterstützt dich hinsichtlich deiner Krankenversicherung mit monatlich 71€ und für die Pflegeversicherung mit 15€.

Du verreist oft oder planst ein Auslandssemester? Dann empfehlen wir dir eine Auslandskrankenversicherung. Deine gesetzliche Krankenversicherung deckt nur wenige Kosten ab, die bei einer umfangreichen Behandlung im Ausland anfallen. Nicht übernommen werden z.B. der Krankenrücktransport oder die Kosten für einen Notarzt im Ausland. Beim Umfang der Auslands-Leistungen wird zudem zwischen Ländern in Europa und Ländern außerhalb Europas unterschieden. Die Auslandskrankenversicherung kommt für all solche Kosten auf. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: Sich bei Krankheit im Ausland keinen Kopf um das Finanzielle machen zu müssen, ist im Falle eines Falles unbezahlbar.

Private Haftpflichtversicherung

Es passiert schneller als man denkt: Plötzlich fällt dir das neue, wirklich teure Smartphone eines Freundes auf den Boden oder der Übermut auf einer WG-Party ruiniert den weißen Ledersessel des Gastgebers mit einem vollen Glas Rotwein. Die Kosten für die Schadensbegrenzung übernimmt dann die private Haftpflichtversicherung. So musst du dir um Schadensersatzansprüche seitens Dritter (hier: Freund oder Gastgeber) keine Sorgen machen!

Die private Haftpflichtversicherung ist zwar nicht (wie der Name vermuten lässt) Pflicht, sie ist dennoch eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Auch hier ist man als Student oftmals bis zum Ende der ersten Berufsausbildung bei seinen Eltern mitversichert. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du bei der Versicherung deiner Eltern am besten einfach einmal direkt nachfragen, wie es um deinen Schutz steht. Bist du nicht bei deinen Eltern mitversichert, solltest du dich unbedingt um eine eigene private Haftpflichtversicherung kümmern. Diese gibt es schon für 5 Euro monatlich und ist somit wirklich nicht teuer. Wesentlich teurer wird es, wenn du das Smartphone deines Freundes ersetzen oder dich um die Reinigung des Ledersessels selbst kümmern musst.

Falls du einer der glücklichen Studenten mit Auto bist, reicht die private Haftpflichtversicherung nicht aus. Hier musst du dich zusätzlich über eine Kfz-Versicherung absichern. Die ist in Deutschland für Autobesitzer nämlich Pflicht.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine der wichtigsten Versicherungen, die die meisten Studenten gar nicht auf dem Schirm haben, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Eine BU unterstützt dich mit einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente, wenn du deinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Oder auch, wenn du wegen einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage bist, zu studieren. Schon gewusst? In Deutschland wird jeder Vierte irgendwann berufsunfähig und zwar am häufigsten aufgrund psychischer Erkrankungen. Gerade Studenten zahlen während ihres Studiums selten in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Kommt es kurz nach dem Studium bzw. Berufseinstieg zu einer Berufsunfähigkeit, stehen junge Menschen deswegen meist ohne staatliche Hilfe da. Einen Anspruch auf die sogenannte Erwerbsminderungsrente – die zahlt dir der Staat, wenn du nicht mehr arbeiten kannst – hat man nämlich erst dann, wenn mindestens 5 Jahre in die gesetzlichen Kassen eingezahlt wurde. So ist es für dich als Student ganz besonders wichtig, deine Arbeitskraft umfassend zu versichern, um für alle Fälle finanziell abgesichert zu sein.

Ein großer Vorteil der BU: Es gibt sogenannte Einsteigertarife für Studenten. Diese sind besonders günstig in den Anfangsjahren der Beitragszahlungen; später – wenn du arbeitest – steigen sie dann etwas über den Normaltarif an. Durch dieses Verfahren können sich auch junge Menschen mit wenig Geld eine BU leisten. Es gilt also: Je früher der Abschluss, desto günstiger die Beiträge. Hinzu kommt, dass dein Gesundheitszustand als Student meist sehr gut ist. Auch das beeinflusst die monatlichen Beiträge positiv. Denn auch hier zählt: Je gesünder der Mensch, desto günstiger die Versicherungsbeiträge. Versicherungen prüfen deine Gesundheit bei Abschluss einer BU anhand eines Gesundheitschecks, um dein potenzielles Risiko, berufsunfähig zu werden, besser einschätzen zu können. Bei jungen gesunden Menschen wird dieses Risiko verständlicherweise meist sehr gering eingeschätzt.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Schließt du sie bereits als Student ab, warten günstige Einsteigertarife auf dich. Schau dir auch die Alternativen der BU genau an. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung und ihre Leistungen passen in manchen Fällen vielleicht besser als eine BU. Sie ist jedoch nicht so umfassend wie eine BU und greift nur dann, wenn du wirklich gar keine Arbeit mehr ausüben kannst. Dafür ist sie meist günstiger.

Diese Versicherungen können auch nützlich sein

Der Versicherungsdschungel besteht natürlich noch aus vielen weiteren Versicherungen für alle möglichen Lebenssituationen und -risiken. Für einen Studenten sind die meisten davon aber nicht essentiell. In bestimmten Fällen könnten die folgenden Versicherungen jedoch auch für dich als Student sehr interessant und sinnvoll sein:

Altersvorsorge

Auch die Altersvorsorge sollte für junge Menschen bzw. Studenten frühzeitig ein Thema werden. In deiner Zukunft wird dich die staatliche Rente finanziell nicht so umfassend stützen können, dass du deinen Lebensstandard halten kannst. Um sorglos in die Zukunft blicken zu können: Habe deine Altersvorsorge immer im Hinterkopf und beginne nicht zu spät, dir etwas für dein späteres Ich zurückzulegen. Das kann z.B. in Form einer Riester-Rente geschehen. Gerade für junge Menschen mit schmalem Geldbeutel ist die Riester-Rente eine gute Möglichkeit, sich ein kleines finanzielles Polster anzulegen.

Hausratversicherung

Wohnst du in einer WG, ist diese Versicherung wahrscheinlich eher uninteressant für dich. Für Studenten mit eigener Wohnung hingegen ist sie eine Überlegung wert. Gerade Studenten trifft es finanziell hart, wenn das eigene Hab und Gut durch einen Wasserschaden stark beschädigt wird oder durch einen Einbrecher teure Dinge entwendet werden. Die Hausratversicherung kommt dann für den beschädigten bzw. entwendeten Geldwert auf. Den persönlichen Wert, der mit dem Erbstück der Oma verloren geht, kann sie natürlich nicht ersetzen.

Rechtsschutzversicherung für Studenten

Bei der Rechtsschutzversicherung für Studenten spalten sich die Geister. Nicht jeder würde sie einem Studenten empfehlen. Trotzdem sollte darauf hingewiesen werden, dass auch Studenten einem Rechtsstreit-Risiko ausgesetzt sein können. Mögliche Gründe für Streitigkeiten als Student könnten u.a. die Klage um einen Studienplatz, eine Streitigkeit mit dem Prüfungsamt oder auch mit dem Vermieter sein. Hierbei unterstützt dich die Rechtsschutzversicherung bei allen aufkommenden Kosten.

Diese Versicherungen brauchst du als Student Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Hausrat die Bandbereite an Versicherungen ist groß. Doch welche Versicherungen brauchst du als Student wirklich? Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1
Über den Autor
Annika Pleil

Annika Pleil arbeitet in der Online-Redaktion des InsurTech-Startups Getsurance. Als Versicherungsportal gestartet, hat sich Getsurance auf den wichtigen Bereich der Lebensversicherungen spezialisiert und dazu die erste Online-Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung entwickelt. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen eigene modulare Versicherungsprodukte und informiert vor allem junge Kunden über Versicherungen mit fachlich fundierten Ratgebertexten.

Website: https://getsurance.de/
  • Sabine Seidel

    was für ein Bockmist – besonders diese elende Riester Lügen Geschichte
    aber – warum soll man nicht schon bei den Studenten mit der Abzocke beginnen – widerlich –