GEZ kündigen: Nur in Ausnahmefällen wirst du den Beitrag los

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Die GEZ oder richtigerweise der Rundfunkbeitrag sorgt immer wieder für Unmut unter den Deutschen. Viele sprechen von einer Zwangsabgabe oder einer versteckten Steuer.

Geklagt wurde bereits oft gegen die Gebühr, doch bisher waren sich die Gerichte einig – der Rundfunkbeitrag bleibt und muss von jedem gezahlt werden. Doch auch wenn du die GEZ nicht im klassischen Sinne kündigen kannst, gibt es dennoch Möglichkeiten, sich von der Zahlung befreien oder abmelden zu lassen.

Gründe für eine Abmeldung vom Rundfunkbeitrag (früher GEZ)

Eine Möglichkeit, die GEZ zu kündigen ist, dich vom Rundfunkbeitrag abzumelden. Folgende Gründe gibt es für die Abmeldung von der GEZ:

  • Du ziehst zu einem anderen Beitragszahler
  • Du ziehst dauerhaft ins Ausland
  • Der Beitragszahler ist verstorben
  • Du ziehst in eine Pflegeeinrichtung oder ähnliches
  • Du hast mehrere Wohnungen und gibst eine vollständig auf
  • Du ziehst in ein Zimmer einer Gemeinschaftsunterkunft
  • Du wohnst in einer Wohnung, für die dein Arbeitgeber den Rundfunkbeitrag zahlt
Beachte, dass du für alle diese Fälle einen schriftlichen Nachweis, wie bspw. deine Meldebescheinigung, benötigst.

Mehr Informationen zur Abmeldung vom Rundfunkbeitrag findest du in unserem Blogartikel: GEZ abmelden: Gründe und Vorgehen

Gründe für die Befreiung

Du erfüllst keine der oben genannten Voraussetzungen, um die GEZ zu kündigen? Dann kannst du noch prüfen, ob eventuell ein Grund für eine Befreiung vorliegt. Dies ist etwa der Fall, wenn

  • Du Berufsausbildungsbeihilfe (§§ 99, 100 Nr. 5 SGB III) erhältst und nicht mehr bei deinen Eltern wohnst.
  • Du Ausbildungsgeld-Empfänger bist und nicht mehr bei deinen Eltern wohnst (§ 104 SGB III).
  • Du Bafög erhältst und nicht mehr bei deinen Eltern wohnst.
  • Du Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt (§§27 bis 40 SGB XII oder nach § 27a oder 27d des BVG) bist.
  • Du Sozialgeld- oder Arbeitslosengeld II– Empfänger bist.
  • Du Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz empfängst.
  • Du Grundhilfe im Alter oder bei Erwerbsminderung (§§ 41 bis 46 SGB XII) erhältst.
  • Du Empfänger von Pflegegeld bist, Hilfe zur Pflege (§§61 bis 66 SGB XII) oder Hilfe zur Pflege im Sinne der Kriegsopferfürsorge BVG erhältst.
  • Du Pflegezulagen (§267 Abs. 1 des LAG) bekommst oder dir ein Freibetrag wegen Pflegebedürftigkeit zugeteilt wurde (§267 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 LAG).
  • Du Sonderfürsoge-Berechtigter (§ 27 e BVG) bist.
  • Du taubblind oder Empfänger von Blindenhilfe (§ 72 SGB XII, § 27 BVG) bist.
Achte auch hier darauf, dass du die jeweils erforderlichen Dokumente an den ARD und ZDF Beitragsservice senden musst.

Mehr dazu erfährst du im Blogartikel: GEZ Befreiung: So ist´s möglich

Wer zahlt überhaupt GEZ – Neuordnung seit 2013

GEZ ist eigentlich die Abkürzung für GebührenEinzugszentrale – diejenige Zentrale, die für die Beschaffung der Gebühren zuständig war und schon mal mit unangekündigten Hausbesuchen von sich reden machte. Doch seit 2013 gibt es die Rundfunkgebühr offiziell nicht mehr, sie wurde vom Rundfunkbeitrag abgelöst. Statt GEZ heißt es nun auch ARD-ZDF-Deutschlandradio Beitragsservice. Da sich diesen Namen niemand vernünftig merken kann wird umgangssprachlich auch heute noch von GEZ gesprochen.

Doch was hat sich denn nun geändert? Seit 2013 wird die Gebühr nicht mehr anhand der Geräte zum Rundfunkempfang berechnet, sondern sie wird pauschal pro Wohnung bezahlt.

Ein Vorteil ist, dass nun nicht mehr doppelt Rundfunkgebühr bezahlt werden muss, wenn zwei Leute in derselben Wohnung wohnen. Dennoch prangert ein Großteil der Deutschen an, weder fernzusehen noch Radio zu hören und dennoch den Beitrag bezahlen zu müssen.

Du gehörst auch zu den Skeptikern und überlegst, die GEZ einfach nicht mehr zu bezahlen? Ein Journalist hat diese Idee bereits in die Tat umgesetzt, bei uns im Blog kannst du lesen, wie es dazu kam: GEZ nicht zahlen? Ein riskanter Vorschlag

Urteil bzgl. Zweitwohnung im Juli 2018

Gute Nachrichten gab es im Juli 2018 für alle Besitzer einer Zweitwohnung. Der BGH hat entschieden, dass der Rundfunkbeitrag nur für die Hauptwohnung zu bezahlen ist. Du kannst die GEZ für deine Zweitwohnung nun also offiziell kündigen.