ADAC Preiserhöhung: Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Laura Lenhart

Wenn du nicht bereit bist, die kommende ADAC Preiserhöhung zu akzeptieren, solltest du dich wehren und deinen Vertrag kündigen!

ADAC Preiserhöhung – so fällt sie aus

Nun also doch – der ADAC hat die bereits angekündigte Preiserhöhung in seiner außerordentlichen Hauptversammlung am 14.11.2019 beschlossen.
Die Preiserhöhung greift somit ab der ersten Jahreshälfte 2020 und betrifft alle Mitgliedschaftsmodelle des Automobilclubs. Insgesamt werden, laut Welt 21 Millionen Mitglieder die ADAC Preiserhöhung zu spüren bekommen.

So ändern sich ab kommendem Jahr die Mitgliedsbeiträge beim ADAC:

ADAC Preiserhöhung

Der größte deutsche Verkehrsclub muss laut eigener Aussage sparen, da die Kosten in der Vergangenheit immer höher wurden und die bisher erhobenen Mitgliedsbeiträge nicht mehr ausreichen, um laufende Kosten zu decken. Zum Beispiel muss der ADAC mittlerweile Versicherungssteuer auf Beiträge bezahlen. Also wurden nun, das erste Mal seit 6 Jahren, Erhöhungen der Mitgliedsbeiträge beschlossen. Ziel ist es, dass der Automobilclub ab dem Jahr 2020 endlich wieder kosteneffizient läuft. Wie die Welt berichtet, werden 2020 beim ADAC allein 40 Millionen Euro dadurch gespart, dass die Auflage und Erscheinungshäufigkeit der Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ reduziert wird.

Wie der ADAC beschreibt erhalten ADAC-Mitglieder ab 2020 die Zeitschrift nicht mehr per Post, sondern können diese online als PDF herunterladen oder in Edeka- und Netto-Supermärkten abholen.

Doch leider sind die bisherigen Sparmaßnahmen wohl allein noch nicht genug, zeigt die umgesetzte ADAC Preiserhöhung!

ADAC Preiserhöhung – Premium ist neu

Doch nicht nur die Erhöhung der Preise ist neu, der ADAC erweitert gleichzeitig sein Servicespektrum um eine weitere Mitgliedschaftsart. Diese neue und sogenannte Premium-Mitgliedschaft stellt eine Erweiterung der heutigen Plus-Mitgliedschaft dar und ergänzt diese laut ADAC um wichtige Leistungen. Es gehören beispielsweise eine weltweite Pannenhilfe und Rückholung bei Krisen und Naturkatastrophen, sowie das Abschleppen in eine Wunschwerkstatt bis zu einer Entfernung von 100 Kilometern dazu.
Die Premium-Mitgliedschaft wird anfangs getestet und nur einem kleinen Kreis von ADAC-Mitgliedern angeboten – ab dem ersten Halbjahr 2020 soll sie dann bundesweit verfügbar sein. Wer sich zukünftig für die Premium-Mitgliedschaft entscheidet, zahlt als Einzelperson 139 Euro im Jahr. Die Plus-Mitgliedschaft kostet nach der Preiserhöhung hingegen 94 Euro. Sobald innerhalb der Premium-Mitgliedschaft zudem der Partner oder die Familie mitversichert werden, steigt der Preis noch weiter: auf maximal 239 Euro!

Der Preis für die Premium-Mitgliedschaft ist verhältnismäßig hoch und die Frage, ob man diese Erweiterung der Mitgliedschaft benötigt, berechtigt. Hier solltest du genau abwägen, welche Services du tatsächlich brauchst und wo du eventuell überversichert bist.

ADAC Preiserhöhung – kann ich mich dagegen wehren?

Normalerweise kannst du deinen ADAC Vertrag laut AGB zum Ende der Beitragsperiode und mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Was du dabei genau beachten solltest, haben wir in unserem Blogbeitrag ADAC kündigen – Augen auf bei zusätzlichen Services beschrieben.

„Doch was kann ich gegen die kommende ADAC Preiserhöhung tun, sollte ich nicht bereit sein diese zu zahlen?“ Das habe ich mich als bestehendes ADAC-Plus-Mitglied gefragt und sogleich an das Sonderkündigungsrecht gedacht.

Denn generell gilt: Wenn dein Anbieter den Beitrag anhebt, ohne dir im Gegenzug Mehrleistung zu bieten, hast du in der Regel das Recht auf Sonderkündigung und kannst so deinen Vertrag auch während der Laufzeit und unabhängig von deiner ordentlichen Kündigungsfrist kündigen.

Auf den ersten Blick erscheint die geplante Anhebung der Beiträge als einfache Preiserhöhung: das würde in der Tat allen betroffenen Mitgliedern ein Sonderkündigungsrecht einräumen.
Meine Online-Recherche ließ hierzu jedoch nichts finden. Der ADAC hat in der Presseerklärung zur außerordentlichen Hauptversammlung am 14.11.2019 nur von einer Erhöhung der Preise gesprochen, aber keinerlei weiteren Details zur Änderung von Services offengelegt.

Also habe ich online über meinen Mitglieder-Account beim ADAC eine Anfrage gestellt, um herauszufinden, wie es mit meinem und dem Sonderkündigungsrecht von 21 Millionen weiteren Mitgliedern aussieht.

Über die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge informiert der ADAC sehr transparent und fair. Doch ob Mitglieder sich entsprechend dagegen wehren können, erfährt man weder aus der Satzung, noch im ADAC-Serviceheft. Es ist keine Information darüber zu finden, welche Möglichkeiten Mitglieder im Fall einer Mitgliedsbeitragserhöhung haben. Die Information, die man zur Kündigung seiner Mitgliedschaft finden kann, betrifft ausnahmslos die ordentliche Kündigung der Mitgliedschaft zum Ende des Beitragsjahres.

Ganz einfach kannst du deine Kündigung über unseren Service erledigen. Du findest bei uns das fertige ADAC-Kündigungsschreiben und brauchst nur noch deine Angaben einzutragen.

Die Antwort auf meine Anfrage hat zeitlich auf sich warten lassen, kam per Post und hat bei mir leider erstmal nur weitere Fragen aufgeworfen: Der ADAC räumt mir kein Sonderkündigungsrecht ein. Er erwähnt in diesem Zuge jedoch verbesserte Leistungen. Aber welche genau? Die genaue Information fehlt, auf jeden Fall sollen diese ab Stichtag für mich gelten.

Nachfolgendes Schreiben verschickt der ADAC auf meine Anfrage zum Sonderkündigungsrecht wegen der kommenden Preiserhöhung:
ADAC Preiserhöhung
Auch eine erneute eigenständige Recherche zur Änderung von Serviceleistungen innerhalb meiner ADAC Plus-Mitgliedschaft, bringt mich nicht weiter. Deshalb beschließe ich den ADAC telefonisch zu kontaktieren. Ich erhoffe mir Antworten von seinen Kundendienst-Mitarbeitern, die erfahrungsmäßig gut über jeglichen ADAC-Service Bescheid wissen. Wie erwartet gerate ich an eine Mitarbeiterin, die sich sehr dafür einsetzt, an die von mir erfragten Informationen heranzukommen. Obwohl die Beitragsanpassung, wie der ADAC die Preiserhöhung nennt, erst nächstes Jahr greift und die Mitarbeiter diesbezüglich noch nicht geschult wurden, bekomme ich zuverlässig Antworten auf meine Fragen. Wie mir mitgeteilt wird, ändern sich die Leistungen für die Mitglieder tatsächlich mit der Beitragsanpassung zum Positiven. Aus diesem Grund kann es kein Sonderkündigungsrecht geben, wird mir erklärt. Denn durch die Mehrleistung, sei es keine reine Preiserhöhung im eigentlichen Sinne. Ich bezahle mehr, erhalte aber auch mehr dafür!

Das sieht im Detail folgendermaßen aus: Ich habe als ADAC Plus-Mitglied ab Stichtag eine längere Frist, wenn ich einen Krankenrücktransport aus dem außereuropäischen Ausland benötige. Hierbei steigt die Frist von 45 auf 63 Tage. Außerdem arbeite man daran, dass der digitale Weg zukünftig zugänglicher wird, bekomme ich versichert. Das bedeute der ADAC erweitere seinen Service mit Apps, die mir unterwegs zusätzlichen Mehrwert bieten.

Mein persönliches Fazit:

Toller Kundenservice und ein umfassendes Leistungsangebot machen den ADAC zu dem, was er heute ist: der größte Automobilclub Deutschlands, ja sogar Europas. Meine Anmerkung zur fehlenden Kommunikation der Vertragsänderungen und der Wunsch nach mehr Transparenz wurde positiv aufgenommen und wird als konstruktive Kritik weitergeleitet. Meine Erfahrungen in den letzten 20 Jahren ADAC kann ich durchweg als positiv beschreiben.

Ob der verbesserte Krankenrücktransport aus dem außereuropäischen Ausland und die Weiterentwicklung digitaler Helfer und Apps, die kommende Preiserhöhung für dich rechtfertigt, das kannst nur du selbst wirklich entscheiden. Falls nicht, hast du auf jeden Fall die Möglichkeit deine Mitgliedschaft ordentlich zum nächsten Ablauf deines Beitragsjahres zu kündigen. Hierbei solltest du die 3-monatige Kündigungsfrist beachten. Denn es ist ja nicht so, dass es keine Alternativen zum ADAC gäbe, wie du hier nachlesen kannst ;):

https://www.aboalarm.de/blog/versicherung/adac-kuendigen-alternativen/

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.

ADAC Preiserhöhung: Gibt es ein Sonderkündigungsrecht? Wenn du nicht bereit bist die kommende ADAC Preiserhöhung zu akzeptieren, solltest du dich wehren und deinen Vertrag kündigen! Artikelbewertungen: 2 3.0 / 5 2