Urteil des BGH: Fitnessstudio Kündigung bei Umzug

Der Bundesgerichtshof urteilte zur Fitnessstudio Kündigung bei Umzug, dass die Kündigung eines längerfristigen Vertrages aufgrund eines berufs- oder privatbedingten Wohnortwechsels nicht rechtskräftig ist.

Grundsätzlich kann ein Vertrag auch ungeachtet der Laufzeit gekündigt werden, wenn ein außerordentlicher Kündigungsgrund vorliegt. Dafür gibt es das Sonderkündigungsrecht. Davon wollte auch ein 36-Jähriger aus Hannover Gebrauch machen, doch der Bundesgerichtshof (BGH) wies seine außerordentliche Kündigung des Fitnessstudios aufgrund seines Umzuges zurück.

Der Fall

Die Fitnessstudio Betreiberin verklagte ihren ehemaligen Kunden, da dieser ab Oktober 2013 keine Mitgliedsbeiträge mehr bezahlte. Er wurde damals Zeitsoldat und erst nach Köln, dann nach Kiel und schließlich nach Rostock abkommandiert. Der Beklagte kündigte deswegen seinen Fitnessstudiovertrag frühzeitig – zehn Monate bevor seine Vertragslaufzeit beendet war und stellte deswegen die Zahlung ein.
Die Fitnessstudio Betreiberin klagte deswegen vor dem Amtsgericht Hannover. Sie wollte die nicht bezahlten Beträge in Höhe von rund 720 Euro einklagen. Diese hätte der Soldat für die übrigen zehn Monate, über welche sein Vertrag noch gelaufen wäre, bezahlen müssen. Nach der Abweisung der Klage durch das Amtsgericht legte die Klägerin Berufung ein und bekam vom Landgericht in Hannover Recht. Der Soldat nutze wiederum die stattgegebene Revision, sodass der Fall letztendlich vor der obersten Instanz, dem BGH, landete.
Der diskutierte Vertrag wurde im Sommer 2010 mit einer Laufzeit von 24 Monaten geschlossen. Wenn der Kunde nicht drei Monate vor Vertragsende kündigt, verlängert sich der Fitnessstudiovertrag um weitere 12 Monate. Deshalb verlängerte sich im besagten Fall der Vertrag des Soldaten bis Ende Juli 2014. Monatlich kostete die Nutzung des Fitnessstudios den 36-jährigen 65 Euro. Halbjährlich kam noch ein „Trainingspaket“ für 69,90 Euro hinzu.
Fallbeschreibung des BGH

Das Urteil zur Fitnessstudio Kündigung bei Umzug vom 4. Mai 2016

Der Bundesgerichtshof gab der Klägerin recht, obwohl ein Vertrag grundsätzlich durchaus wegen eines wichtigen Grundes ohne Einhaltung der Kündigungsfrist beendet werden kann. Laut §314 Abs.1 des BGB  liegt „ein wichtiger Grund […] vor, wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.“
Bei einem derartigen längerfristigen Vertrag trägt der Kunde jedoch das Risiko, wenn er die Leistung wegen einer persönlichen Veränderung nichtmehr in Anspruch nehmen kann. So der Bundesgerichtshof. Ein Wohnsitzwechsel sei – egal ob berufs- oder familienbedingt – vom Kunden beeinflussbar. So begründete der Bundesgerichthof sein Urteil.
Hier der Link zur offiziellen Pressemitteilung zum Urteil

Tipps und Tricks zur Fitnessstudio Kündigung bei Umzug

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Urteil des BGH: Fitnessstudio Kündigung bei Umzug Der Bundesgerichtshof urteilte, dass die Fitnessstudio Kündigung bei Umzug - aus privaten oder persönlichen Gründen - nicht möglich ist. Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1