Neuer Fernsehanschluss? TV-Signale im Überblick

Viktoriya Simkina

 

Du suchst gerade nach dem perfekten Fernsehanschluss für dein Zuhause? Wir geben dir alle Infos an die Hand, um den richtigen Übertragungsweg zu finden.

Fast alle neuen TV-Geräte verfügen über die passenden Empfangsanschlüsse für sämtliche Signal-Übertragungswege: Antenne, Kabel, Satellit oder Internet (IPTV). Oft hast du allerdings gar nicht die freie Wahl über deinen Fernsehempfang. Vor allem in Mietwohnungen kommt es vor, dass der Vermieter oder die Hausverwaltung darüber entscheidet, auf welchem Weg das Fernsehsignal in dein Wohnzimmer kommt. Selbstverständlich kannst du trotzdem über Alternativen nachdenken, die besser auf deine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wichtig ist nur, dass du mit deinem Vermieter vorher klärst, welche Empfangsmöglichkeiten dir überhaupt zur Verfügung stehen, ehe du einen teuren Anbieter wählst, dessen Dienste womöglich gar nicht umzusetzen sind.

Doch was genau sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Übertragungswegen? Und welche Vorteile bietet der Internetempfang im Vergleich zu Kabel oder Satellit? Hier unser Überblick zu verschiedenen Fernsehanschlüssen.

Neuer Fernsehanschluss: Welche Vorteile und Nachteile hat Antenne?

Eine digitale Zimmerantenne oder der sogenannte DVB-T-Anschluss ist eine leicht umsetzbare und kostengünstigste Variante. Die meisten Fernseher haben einen eingebauten Empfänger und das Antennenfernsehen ist in ganz Deutschland kostenlos verfügbar. So weit so gut. Solltest du dich allerdings mit dem Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender und einiger lokalen Kanäle nicht zufriedengeben, musst du höchstwahrscheinlich einen zusätzlichen Übertragungsweg in Erwägung ziehen. Denn obwohl viele große Privatsender wie Pro7 oder RTL immer noch empfangbar sind, ist der Rückzug aus der Antennenübertragung längst geplant und wurde sogar im Großraum München bereits umgesetzt. Die Verträge wurden zwar mittlerweile bis Ende 2016 verlängert, was danach passiert, bleibt allerdings ungewiss. Die Programmvielfalt ist beim Antennenfernsehen somit sehr eingeschränkt und wird in Zukunft auch höchstwahrscheinlich noch weiter reduziert – die Sender stellen sich stattdessen auf neue lukrativere Übertragungswege wie Internet oder Satellit um.

Neben der geringen Programmauswahl ist die ausschließliche Standardauflösung der Bilder ein weiterer Nachteil. Hochauflösende HD-Bilder können von Antennentechnik momentan nicht umgesetzt werden. Der DVB-T-Anschluss ist demnach die sparsamste TV-Signal-Variante – finanziell gesehen, aber leider eben auch was Programmvielfalt und Bildqualität anbetrifft.

Neuer Fernsehanschluss: Was spricht für Satellitenfernsehen?

Satellit-Übertragung hat im Vergleich zum Antennen-Anschluss ein wesentlich breiteres Programmspektrum. Mittlerweile komplett auf Digitalfernsehen umgestellt, bietet sie eine große Sendervielfalt – frei empfangbar. Nur HD-Kanäle und Bezahlsender werden verschlüsselt übertragen und sind ausschließlich mit einer HD-PLUS-Karte abrufbar. Ansonsten ist Satellit-Fernsehen tatsächlich sehr günstig, weil keine monatlichen Kosten anfallen. Die einzige Investition, die du tätigen musst, ist der Kauf und Installation einer Satelliten-Schüssel, was sich je nach Handwerker und Arbeitszeit auf etwa 250 bis 350 EUR belaufen dürfte. Auch ein Receiver ist notwendig, wenn dein Fernseher diesen nicht bereits eingebaut hat, sonst können die empfangenen Programme nicht dargestellt werden.

Das Anbringen einer Satellitenschüssel ist jedoch nicht überall erlaubt, weil die optische Erscheinung der Hausfassade darunter leiden kann. In Mehrfamilienhäusern gibt es oft bereits einen vorhandenen Sat-Empfänger auf dem Dach. Die Gebühren werden dann auf die Empfänger aufgeteilt und über Mietnebenkosten eingezogen. Informiere dich auf jeden Fall bei deinem Vermieter, ob eine Satelliten-Schüssel in deinem Haus erlaubt ist bzw. ob es bereits eine Gemeinschafts-Sat-Anlage gibt. Das erspart dir viel Zeit, Geld und Nerven.

Nachteile des Satellit-Fernsehens  sind nicht nur hohe Anschaffungskosten, sondern auch der merklich steigende Stromverbrauch und die Wetteranfälligkeit der Anlage. Bei Regen, Schneefall und Gewitter kann es zu merklichen Bild- und Tonausfällen kommen.

Neuer Fernsehanschluss: Ist Kabel eine gute Alternative?

Der analoge Fernsehanschluss über Kabel unterscheidet sich in der Hardware nicht vom DVB-T-Anschluss, also vom Antennenfernsehen. Durch ein Breitbandkabel wird allerdings ein größerer Frequenzbereich erreicht und das Abrufen vieler Sonderkanäle und fremdsprachiger Sender ermöglicht. Für den Empfang des digitalen Kabelfernsehens wird allerdings ein Receiver benötigt, da dieses in Deutschland verschlüsselt versendet wird. Neben dieser Investition kostet der Einzelanschluss ca. 15-20 Euro im Monat, je nach Netzbetreiber.

HD-Programme von privaten Sendern wie Pro7 oder RTL werden auch hier verschlüsselt übertragen. Wenn du diese Frequenzen ebenfalls empfangen möchtest, solltest du deinen Kabelanbieter kontaktieren und über Zusatzoptionen sprechen. Für die extra Empfangsbox oder Schlüsselkarte musst du zwar einen kleinen Aufpreis bezahlen, die deutlich höhere Bildqualität ist es aber meistens wert.

Welche Nachteile hat das Kabelfernsehen? Der Kabelanschluss ist zwar relativ unempfindlich und wetterbeständig, hat aber gegenüber neueren Technologien wie dem IPTV-Fernsehen gravierende Nachteile, was zeitversetztes Fernsehen oder Programmaufzeichnungen angeht. Vor allem beim Überspringen von Werbepausen bist du hier noch sehr eingeschränkt, da Sender und Filmstudios immer noch sehr auf die Werbeeinnahmen angewiesen sind. Der schelle Vorlauf, um Werbeblocks zu überspringen ist deshalb meist blockiert.

Neuer Fernsehanschluss: Internet oder IPTV-Signal – lohnt sich die neue Technologie?

Wenn du einen schnellen Internetanschluss (VDSL mit mindestens 25 MBit) hast, ist es nun auch möglich Fernseh-Inhalte über die Internet Protocol Television-Technologie, kurz IPTV genannt, zu beziehen. Über einen Media Receiver wird das Signal an dein TV-Gerät geliefert: großes Programmspektrum in HD-Qualität. Das hat allerdings seinen Preis. Internetfernsehen ist bisher die kostspieligste TV-Anschluss-Variante und in Deutschland momentan nur bei der Telekom oder Vodafone buchbar. Der IPTV-Zugang wird in der Regel als Triple-Play-Angebot zusammen mit Telefon- und DSL-Anschluss angeboten und kann bis zu 65 EUR im Monat kosten. Wenn du aber sowieso schon einen schnellen DSL-Anschluss z.B. für deine Arbeit oder Hobbys benötigst und von der wirklich bemerkenswerten Senderauswahl inklusive zeitversetztem Fernsehen und Programmaufzeichnungen profitieren kannst, ist der IPTV-Anschluss auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Aboalarm Fazit: Einen idealen Fernsehanschluss gibt es nicht

Wie du bereits gemerkt hast, muss bei der Fernsehanschluss-Entscheidung so einiges abgewägt werden. Überleg einfach, was deinen individuellen Bedürfnissen am meisten entspricht, welche Programme dir wichtig sind und wie viel Geld du monatlich fürs Fernsehen ausgeben willst. Vergiss auch nicht, die Anschaffungs- und Installationskosten von allen notwendigen Geräten miteinzukalkulieren und informiere dich ausführlich über die Anschlussmöglichkeiten in deinem Haus. So kannst du dich schon bald auf der Wohnzimmercouch entspannen und deine Lieblingssendung einschalten.

 

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