Ökostromanbieter: Wie erkenne ich grüne Tarife?

Viktoriya Simkina

Ökostrom ist gut für die Umwelt und der Wechsel ist einfacher als gedacht. Wir zeigen dir, wie du echte und unabhängige Ökostromanbieter erkennst. 

Der Wechsel zu Ökostrom gehört für viele Menschen zu den guten Vorsätzen für das Jahr 2015, denn Ökostrom ist umweltfreundlich, regenerativ und oft preisgünstiger als man denkt. Doch wie entscheide ich mich für den echten Ökostromanbieter, ohne weiterhin die Atomlobby oder die schmutzige Kohleenergie zu unterstützen? aboalarm zeigt dir, worauf du bei deiner Anbieterwahl achten solltest und woran du die richtigen grünen Tarife erkennen kannst.

Ökostromanbieter: Meist Teil der großen Atomkonzerne

In Deutschland gibt es inzwischen hunderte Anbieter, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser vertreiben. Doch die meisten Ökostromanbieter gehören zu den großen vier Atomkonzernen Vattenfall, EnBW, RWE und E.on, wobei E.on seinen Atomausstieg bereits angekündigt hat und im Begriff ist, sich von seinen Atomkraftwerken zu trennen. Die Großkonzerne haben zwar mittlerweile die Popularität und das gute Image des Ökostroms erkannt und einige grüne Tochterunternehmen gegründet, doch den Großteil ihres Umsatzes machen sie nach wie vor mit konventionellem Strom. Sie sind deshalb eher daran interessiert, die Energiewende auszubremsen oder zumindest die Interessen des Atomstroms zu schützen.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass du bei der Wahl deines Ökostromanbieters darauf achtest, dass das Unternehmen unabhängig ist und keinem großen Stromanbieter, der auch Atomstrom vertreibt, unterstellt ist. Sonst kann es sein, dass du mit deinem monatlichen Beitrag indirekt den Bau von Atomkraftwerken finanzierst, anstatt die nachhaltigen Energien zu fördern.

Ökostromanbieter: Aktive Förderung von erneuerbaren Energien

Einer der wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung für einen grünen Stromanbieter ist die Frage, inwiefern das jeweilige Unternehmen zum Ausbau von Neuanlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien beiträgt. Denn nur Anbieter, die aktiv in solche Anlagen investieren, können dauerhaft und nachhaltig die Energiewende vorantreiben und den Anteil von Atom- und Kohleenergie reduzieren. Laut www.oekostrom-anbieter.info gibt es momentan nur 5 unabhängige Unternehmen, die echten Ökostrom anbieten: die Naturstrom AG, die EWS Schönau GmbH, die Greenpeace Energy eG, die Lichtblick SE und schließlich die Polarstern GmbH. www.utopia.de erwähnt noch die Entega GmbH & Co.KG und die Mann Naturenergie GmbH & Co.KG als empfehlenswerte Ökostromanbieter.

Ökostromanbieter: Kommen Stadtwerke in Frage?

Wie bereits erwähnt, sind Atomkonzerne an ca. der Hälfte der größten deutschen Stadtwerke beteiligt. Bei vielen liegen die Anteile sogar bei mehr als 50%. Natürlich gibt es auch einige lokale Energieversorger, die sich für die Energiewende engagieren, doch eine detaillierte Bewertung der 800 deutschen Stadtwerke ist leider bisher nicht vorhanden. Im Zweifelsfall solltest du deinen lokalen Anbieter direkt ansprechen und dich über die Anteile von Atomstromversorgern informieren.

Ökostromanbieter: Darauf solltest du achten

Wie du siehst, gibt es einige Kriterien, die bei der Wahl des Ökostromtarifs wichtig sind. Bevor du dich für einen neuen Ökostromanbieter entscheidest, solltest du sicher gehen, dass:

  • das Unternehmen deiner Wahl keinem der großen Stromkonzerne gehört, welche unter Umständen auch Atom- bzw. Kohleenergie vertreiben.
  • der Ökostromanbieter den Bau von Neuanlagen zur Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien unterstützt.
  • du idealerweise einen von den empfohlenen geprüften Ökostromanbietern wählst: Naturstrom, EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick, Polarstern, Entega oder Mann Naturenergie.

Außerdem darfst du folgende Aspekte nicht vergessen:

  • Die Mindestvertragslaufzeit und die Kündigungsfrist deines neuen Stromtarifs sollte möglichst kurz sein, damit du bei Bedarf schnell wechseln kannst.
  • Du solltest keine großen Vorauszahlungen von mehreren Monaten entrichten müssen – hier besteht die Gefahr, dass das Unternehmen insolvent geht und du dein Geld verlierst.
  • Der Strompreis sollte nicht an eine vereinbarte Mindestabnahmemenge gebunden sein.

Nun bist du mit den nötigen Informationen gerüstet, um dich für den richtigen Ökostromanbieter zu entscheiden. Wenn du jetzt deinen aktuellen Stromversorger kündigen möchtest, kannst du mit aboalarm schnell und einfach dein Kündigungsschreiben erstellen:

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