Rufnummernmitnahme muss nicht kompliziert sein

Die Rufnummernmitnahme verläuft nicht immer reibungslos und ist manchmal kompliziert. Lies hier, wie du eine Portierung in die Wege leiten kannst.

Portierung” ist ein anderer Begriff für Rufnummernmitnahme.

Die Mitnahme der eigenen Rufnummer ist praktisch – so musst du deinen Freunden und Bekannten nicht extra deine neue Nummer geben. Kunden haben laut Telekommunikationsgesetz sogar ein Recht auf die Rufnummernmitnahme. Wir sagen dir, was du beachten musst, wenn du deine alte Nummer behalten willst.

Kann ich meine Rufnummer überhaupt mitnehmen?

Laut Telekommunikationsgesetz (§46) hast du als Kunde im Falle eines Anbieterwechsels das Recht auf die Mitnahme deiner Rufnummer. Dabei ist es egal, ob du einen festen Vertrag mit Laufzeit oder nur eine Prepaid-Karte besitzt. Dieses Gesetz gilt allerdings nur dann, wenn es sich tatsächlich um einen Wechsel zwischen zwei verschiedenen Anbietern handelt. So besteht beispielweise bei einem Vertragswechsel zwischen Aldi Talk und Base, die beide zu E-Plus gehören, oder auch von Fonic zu O2, die zur Telefónica Gruppe gehören, kein Recht darauf die Rufnummer mitzunehmen.

Beachte außerdem, dass dein neuer Anbieter deiner Rufnummernmitnahme vertraglich zustimmen muss. Dies ist allerdings nur eine rein formale Angelegenheit und eine Ablehnung liegt nicht im Interesse des neuen Anbieters.

Wann ist eine Rufnummernmitnahme möglich?

Seit 2012 musst du als Mobilfunkkunde nicht mehr warten, bis dein alter Vertrag ausläuft, sondern kannst schon vorher deine Rufnummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen. Wenn du deinen Vertrag beenden möchtest, ist eine Rufnummernmitnahme frühestens 123 Kalendertage vor Vertragsende möglich. Beachte allerdings, dass du die Kosten deines Altvertrages bis zum Laufzeitende parallel zu deinem neuen Tarif weitertragen musst.

Die vorzeitige Portierung dauert in der Regel etwa 7 Arbeitstage. Nach dieser Zeit bist du dann bei deinem neuen Anbieter unter deiner alten Nummer erreichbar.

Hast du deinen Vertrag bereits beendet, muss die Portierung spätestens nach 90 Tagen erfolgen. Anderenfalls verlierst du das Recht auf deine Mobilfunknummer.

Wieviel kostet eine Rufnummernmitnahme?

Nach einer Entscheidung der Bundesnetzagentur 2020 darf dein alter Anbieter maximal einen Betrag von 6,82 Euro für deine Rufnummernportierung verlangen. Es ist möglich, dass dir dein neuer Netzbetreiber zusätzlich noch ein Portierungsentgeld in Rechnung stellt, in den meisten Fällen wird jedoch darauf verzichtet. Teilweise locken Anbieter Wechselkunden sogar mit Bonuszahlungen oder Rabattangeboten.

Achte darauf, dass bei Prepaid-Verträgen der Betrag, der für die Rufnummernmitnahme fällig ist, als Guthaben auf deiner Karte vorhanden ist. Ansonsten funktioniert die Portierung nicht.

Wie funktioniert die Rufnummernmitnahme?

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Grundsätzlich läuft dieser Prozess immer ähnlich ab, egal ob du deinen Handy-, Prepaid- oder Festnetzvertrag kündigst und die Portierung der Rufnummer in Auftrag geben willst. An erster Stelle deiner Rufnummernmitnahme steht zunächst einmal die fristgerechte Kündigung deines alten Handy-, Prepaid- oder Festnetzvertrages. Wenn du nicht genau weißt, wie du dabei vorgehen sollst, helfen dir unsere Artikel  Handyvertrag kündigen oder Telefonanschluss kündigen sicher weiter.

Verlange von deinem alten Anbieter in jedem Fall eine Kündigungsbestätigung, da du diese in den meisten Fällen bei deinem neuen Anbieter vorlegen musst. Auch die alte Kundennummer parat zu haben, schadet nicht.

Schließt du nun einen neuen Vertrag mit einem anderen Anbieter ab, musst du ihn darauf hinweisen, dass du deine alte Rufnummer mitnehmen willst. Dadurch erteilst du deinem alten Provider formal den Auftrag deine Nummer beim bisherigen Anbieter einzufordern.

Wenn du deinen Vertrag direkt im Geschäft abschließt, denke daran, dem Mitarbeiter gleich zu sagen, dass du die Portierung deiner Rufnummer wünschst. Schließt du deinen Vertrag online ab, wird die Portierung meist direkt im Bestellprozess abgefragt.

Die großen Telekommunikationsanbieter haben jeweils eine eigene Informationsseite, auf der du alle Details nachlesen kannst. Zusätzlich findest du im nächsten Absatz hilfreiche Artikel, in denen du weitere nützliche Tipps zur Rufnummernportierung nachlesen kannst.

Alle Infos haben wir in folgender Infografik noch einmal für dich zusammengefasst.

So läuft die Rufnummernmitnahme bei den verschiedenen Anbietern ab

Wir haben uns für dich einmal angeschaut, wie die Portierung bei einigen Anbietern abläuft:

Fonic Rufnummernmitnahme

Aldi Talk Rufnummernmitnahme

DeutschlandSIM Rufnummernmitnahme

Congstar Rufnummernmitnahme

O2 Rufnummernmitnahme

Vodafone Rufnummernmitnahme

Telekom Rufnummernmitnahme

1&1 Rufnummernmitnahme

Das gibt es sonst noch zu beachten

Denke daran, deine Rufnummernmitnahme rechtzeitig in Auftrag zu geben. Um die Portierung möglichst reibungslos zu gestalten, braucht dein Anbieter etwa 10 Werktage. Das heißt, du musst ihm früh genug mitteilen, dass du deine Rufnummer mitnehmen willst.

Außerdem ist die Rufnummernmitnahme nur dann möglich, wenn deine Daten beim alten und beim neuen Anbieter vollkommen identisch sind. Bereits kleine Abweichungen können zum Verhängnis werden. So kann zum Beispiel schon die Bezeichnung “Straße”, “Strasse” oder “Str.” einen Unterschied machen. Achte hier also akribisch darauf, dass deine Angaben übereinstimmen.

Sieh dir deine Daten deshalb vor der Kündigung ganz genau an und ändere sie gegebenenfalls, bevor du die Portierung in Auftrag gibst. Ansonsten kann es zu unnötigen Schwierigkeiten kommen.

Möchtest du deine Festnetznummer portieren? Das funktioniert nur, solange du innerhalb desselben Vorwahlbereichs bleibst. Im Falle eines Umzugs, der über den Vorwahlbereich hinaus geht, kannst du deine Festnetznummer nicht behalten.

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.