Rufnummernmitnahme muss nicht kompliziert sein

Simone Groß

Die Rufnummernmitnahme verläuft nicht immer reibungslos und ist manchmal kompliziert und teuer. Lese hier alles zu Kosten und Ablauf. 

Die Portierung der eigenen Rufnummer ist praktisch – so musst du deinen Freunden und Bekannten nicht extra deine neue Nummer geben. Kunden haben laut Telekommunikationsgesetz sogar ein Recht auf die Rufnummernmitnahme. Wir sagen dir, was du beachten musst, wenn du deine alte Nummer behalten willst.

Portierung gesetzlich verankert

Laut Telekommunikationsgesetz (§46) hast du als Kunde das Recht auf die Mitnahme deiner Rufnummer. Dieses Gesetz gilt allerdings nur, wenn es sich tatsächlich um einen Wechsel  zwischen zwei Anbietern handelt.

Es geht also nicht, bei einer Vertragsänderung bei der alter und neuer Anbieter identisch sind.Hier musst du genau aufpassen, so ist es beispielweise bei einem Wechsel zwischen Aldi Talk und Base, die beide zu E-Plus gehören oder auch von Tchibo Mobile zu O2, die zur Telefónica Gruppe gehören, nicht möglich, die Rufnummer mitzunehmen.

Vorzeitige Rufnummernmitnahme

Seit 2012 muss der Mobiltelefonkunde nicht mehr warten, bis der Vertrag mit dem alten Anbieter ausläuft, sondern kann schon vorher seine Rufnummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen. In diesem Fall musst du die Kosten des Altvertrages weiter tragen.

Die vorzeitige Portierung dauert in der Regel etwa 7 Arbeitstage, nach dieser Zeit bist du dann bei deinem neuen Anbieter unter deiner alten Nummer erreichbar.

Portierung – so funktioniert’s

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Generell gilt: Zuerst musst du deinen alten Handy-, Prepaid- oder Festnetzvertrag fristgerecht kündigen. Wenn du nicht genau weißt wie, helfen dir die Infoseiten von aboalarm weiter: Handyvertrag kündigen oder Telefonanschluss kündigen. Beim Abschluss eines Vertrags mit einem neuen Anbieter musst du diesen darauf hinweisen, dass du deine alte Rufnummer mitnehmen willst. Damit bekommt dein neuer Anbieter den Auftrag deine Rufnummer beim bisherigen Anbieter einzufordern. Wenn du deinen Vertrag direkt im Geschäft abschließt, denke also daran, dem Mitarbeiter gleich zu sagen, dass du die Portierung deiner Rufnummer wünschst. Schließt du deinen Vertrag online ab, wird die Portierung meist direkt im Bestellprozess abgefragt. Die großen Telekommunikationsanbieter Telekom, Vodafone und O2 haben jeweils eine eigene Informationsseite, auf der du alle Details nachlesen kannst. Bei E-Plus gibt es ein eigenes Formular, das du für die Portierung ausfüllen musst.

Grundsätzlich läuft dieser Prozess immer gleich ab, egal ob du deinen Handy-, Prepaid- oder Festnetzvertrag kündigen und die Portierung der Rufnummer in Auftrag geben willst. Kleine Unterschiede gibt es dennoch:

Vorsicht beim Handyvertrag: Die Portierung muss spätestens 31 Tage nach Vertragsende abgeschlossen sein, sonst darf dein alter Anbieter deine Nummer neu vergeben!

Willst du deine Prepaid Rufnummer mitnehmen,  solltest du unbedingt sicherstellen, dass dein Guthaben auf der Karte hoch genug ist, um die Portierungskosten zu decken. Sonst kann es sein, dass die Portierung nicht durchgeführt wird. Die genauen Kosten erfährst du von deinem Prepaidkarten-Anbieter, sie liegen jedoch meist nicht über 30 Euro.

Die Portierung im Festnetz funktioniert nur, solange du innerhalb des selben Vorwahlbereichs bleibst. Im Falle eines Umzugs kannst du deine Festnetznummer nicht behalten.

Rufnummernmitnahme bei den Anbietern

Wir haben uns für dich schon mal angeschaut, wie die Portierung bei einigen Anbietern abläuft:

Fonic Rufnummernmitnahme
Aldi Talk Rufnummernmitnahme
DeutschlandSIM Rufnummernmitnahme
Base Rufnummernmitnahme
Congstar Rufnummernmitnahme
O2 Rufnummernmitnahme
Vodafone Rufnummernmitnahme
Telekom Rufnummernmitnahme

Darauf musst du bei der Portierung achten

Um die Portierung möglichst reibungslos zu gestalten braucht dein Anbieter etwa 10 Werktage. Das heißt, du musst ihm früh genug mitteilen, dass du deine Rufnummer mitnehmen willst.

Außerdem ist die Rufnummernmitnahme nur dann möglich, wenn deine Daten beim alten und beim neuen Anbieter vollkommen identisch sind (hier kann schon der Unterschied zwischen Strasse, Straße oder Str. zum Verhängnis werden!).

Sieh dir deine Daten deshalb vor der Kündigung ganz genau an und ändere sie gegebenenfalls bevor die Portierung in Auftrag gibst, ansonsten kann es zu unnötigen Schwierigkeiten kommen.

Verlange von deinem alten Anbieter in jedem Fall eine Kündigungsbestätigung, diese musst du in den meisten Fällen bei deinem neuen Anbieter vorlegen. Auch die alte Kundennummer parat zu haben schadet nicht.

Kosten der Rufnummernmitnahme

Die Kosten für die Portierung sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich, bewegen sich aber meist zwischen 20 und 30 Euro. Für die folgenden Anbieter haben wir bereits für dich recherchiert, was die Rufnummernmitnahme kostet:

AnbieterKosten
Telekom29,95 Euro
Vodafone29,95 Euro
O229,99 Euro
Base24,95 Euro
Congstar24,99 Euro
DeutschlandSIM29,99 Euro
Aldi Talk24,95 Euro
Fonic25,00 Euro

Achte darauf, dass bei PrePaid-Verträgen der Betrag, der für die Rufnummernmitnahme fällig ist, als Guthaben auf deiner Karte vorhanden sein muss. Ansonsten funktioniert die Portierung nicht.

Welche Nummer gehört zu welchem Netz?

So komfortabel die Mitnahme der eigenen Rufnummer auch ist, sie birgt auch eine kleine Schwierigkeit. Während man früher genau zuordnen konnte, welche Vorwahl zu welchem Netz führte (0171 Telekom, 0172 Vodafone usw.), so ist dies mit der Rufnummernmitnahme nicht mehr möglich. Um trotzdem zu wissen, wer welches Netz hat, gibt es den Netz-Check von Mobilfunk-Talk, bei dem du bist zu 10 Rufnummern am Tag prüfen kannst. Hilfreich sind auch die Apps Flat Check für iOS und Welches Netz für Android.

Rufnummernmitnahme muss nicht kompliziert sein Die Rufnummernmitnahme verläuft nicht immer reibungslos und ist manchmal kompliziert und teuer. Lese hier alles zu Kosten und Ablauf. Artikelbewertungen: 3 4.7 / 5 3