Handyvertrag

Simone Groß

Bei Handyverträgen unterscheidet man zwischen zwei unterschiedlichen Varianten. Zum einen gibt es die sogenannten Laufzeitverträge oder Postpaid-Verträge, zum anderen Guthabenverträge oder Prepaid-Verträge.

Postpaid

Ein Postpaid-Vertrag ist typischerweise an eine Laufzeit (meist 24 Monate) gebunden, wird mittlerweile aber auch ohne Laufzeit angeboten. Bei diesem Vertragstyp bekommt man am Ende des Monats eine Rechnung über die erbrachten Dienstleistungen, die dann bezahlt werden muss. Aus rechtlicher Sicht stellt der Postpaid-Vertrag einen Dienstvertrag nach § 611 BGB dar. Um einen Postpaid-Vertrag abschließen zu können, muss man 18 Jahre oder älter sein.

Prepaid

Ein Prepaid-Vertrag hat keine feste Laufzeit. Bezahlt wird hier über Guthaben, das man auf verschiedene Arten aufladen kann. Typisch sind Guthabenkarten oder eine Überweisung per Bankkonto. Laut einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshof aus dem Jahr 2011 darf Prepaid-Guthaben nicht verfallen. Mittlerweile haben die meisten Prepaid-Anbieter die entsprechenden Klauseln aus ihren AGB entfernt. Allerdings ist es immer noch üblich, dass nicht benutzte SIM-Karten deaktivert werden. Das verhindert man, indem man entweder ein bis zwei Mal im Jahr Guthaben auflädt oder die SIM-Karte benutzt. Sollte die SIM-Karte aber deaktiviert werden muss der Anbieter das Guthaben an den Kunden zurückzahlen. Das gilt aber nur für Guthaben, das man gegen echtes Geld erworben hat. Da man ohne Guthaben keine Leistungen des Providers mehr in Anspruch nehmen kann, schafft der Prepaid-Vertrag eine Besonderheit, die besonders für Kinder und Jugendliche sinnvoll ist. Einen Prepaid-Vertrag darf man bereits mit 16 Jahren mit einer schriftlichen Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten abschließen.

Besonderheiten bei einem Handyvertrag

Während Prepaid-Verträge keine Laufzeit haben, werden die meisten Postpaid-Verträge mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren abgeschlossen. In allen Fällen gilt: Will man einen Handyvertrag kündigen, muss eine Kündigungsfrist – bei Postpaid-Verträgen oft drei Monate – beachtet werden. Viele Postpaid-Verträge verlängern sich automatisch um einen bestimmten Zeitraum, wenn man sie nicht rechtzeitig kündigt. Viele Anbieter ermöglichen es den eigenen Kunden während der Laufzeit eines Postpaid-Vertrages in einen teureren Tarif zu wechseln. Außerdem bieten viele Anbieter auch eine vorzeitige Vertragsverlängerung an, die durch ein vergünstigtes Handy belohnt wird.

Handyvertrag Bei Handyverträgen unterscheidet man zwischen mehreren Varianten. Welche das sind und wie du sie unterscheidest, kannst du hier lesen. Artikelbewertungen: 1 4.0 / 5 1