Start für elektrische Tretroller in Deutschland: Was du vor dem Kauf wissen solltest

Nun schwappt der Hype auch zu uns rüber: Der elektrische Tretroller soll diesen Sommer auch auf deutschen Straßen fahren. So einfach, wie die Anschaffung eines normalen Tretrollers, wird die Verwendung eines E-Scooters jedoch nicht sein. Wir sagen dir, was du wissen solltest, wenn du dir einen E-Roller kaufen möchtest.

Alles soll grüner werden – darüber ist sich die Welt wohl relativ einig. Anders sieht es bei den elektrischen Tretrollern aus, über die seit Monaten diskutiert wird: Eine statista-Umfrage zeigt, dass 66 Prozent der deutschen Bevölkerung zwischen 16 und 64 Jahren die E-Scooter für eine gute Ergänzung des Nahverkehrs halten – bei den über 65-Jährigen sind es lediglich 29 Prozent. 68 Prozent der Senioren sind sogar für ein Verbot des elektrischen Tretrollers. Doch was hat es mit den neuen Flitzern eigentlich auf sich?

Zulassung nach der Elektrokleinstgeräte-Verordnung

Elektrische Tretroller gibt es im Netz bereits zuhauf zu kaufen – doch die dürfen oftmals gar nicht in der Öffentlichkeit fahren. Wenn du dir also bereits einen E-Scooter zugelegt hast, ist es wahrscheinlich, dass du nachrüsten musst, oder damit niemals dein Privatgelände verlassen darfst.

Für die Teilnahme am allgemeinen Straßenverkehr muss der E-Roller nämlich der Elektrokleinstgeräte-Verordnung entsprechen. Dafür muss der Hersteller beim Kraftfahrt-Bundesamt erst einmal eine Allgemeine Betriebserlaubnis beantragen. Die Rede ist von einer Prüfzeit von zwei bis drei Wochen.

Die ersten elektrischen Tretroller werden also wahrscheinlich erst im Juli rollen.

Zwar trat am 15. Juni 2019 die Zulassungsverordnung für elektrische Tretroller in Kraft – sofort rausfahren ist aber nicht möglich.

Gesetzliche Vorschriften: Maße, Mindestalter, Verkehrsregeln und Co.

  • Für die E-Roller sind eine Breite von 70 Zentimetern, eine Höhe von 1,40 Meter und eine Länge von zwei Metern vorgeschrieben. Das Gewicht darf 55 Kilogramm nicht überschreiten.
  • Anders als herkömmliche Roller, die eher aus der Kindheit bekannt sind, gilt für elektrische Tretroller ein Mindestalter von 14 Jahren.
  • Mit ihrer Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde dürfen E-Scooter außerdem nicht auf dem Fußweg fahren! Stattdessen darf nur der Fahrradweg genutzt, bzw. auf die Straße ausgewichen werden, wenn kein Fahrradweg zur Verfügung steht.
  • Elektrische Tretroller müssen versichert werden (mehr dazu im nächsten Absatz), weshalb eine selbstklebende Haftpflicht-Versicherungsplakette hinten am Roller sowie das Mitführen deines Versicherungsscheins Pflicht sind. Beides erhältst du von deinem Versicherer.
  • Die E-Roller müssen – ähnlich wie Fahrräder – mit Vorder- und Rücklicht, Glocke und zwei Bremsen ausgestattet sein.
  • Natürlich gibt es auch Verkehrsregeln – mit diesen solltest du dich selbstverständlich vertraut machen, bevor du in den Straßenverkehr rollst. So ist es zum Beispiel untersagt, nebeneinander zu rollen oder freihändig zu fahren. Außerdem gelten dieselben Promillewerte, wie für Autofahrer. Verstöße werden mit Geldstrafen von bis zu 70 Euro geahndet.

E-Scooter-Versicherung: So versicherst du deinen elektrischen Tretroller

Wie bereits angesprochen, müssen elektrische Tretroller für die Teilnahme im Straßenverkehr versichert werden. Für einen E-Roller musst du eine eigenständige Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Diese deckt Schäden ab, die du bei anderen Verkehrsteilnehmern verursachst. Näheres zur Kfz-Haftpflichtversicherung erfährst du hier.

Viele Versicherer haben Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH, zufolge bislang noch keine Aussagen über den Jahresbeitrag für eine E-Roller-Versicherung gemacht. Zukünftige Fahrer können jedoch bestenfalls mit einem Beitrag von 30 bis 60 Euro im Jahr rechnen.

Du kannst außerdem über eine ergänzende Teilkasko-Versicherung nachdenken. Das macht besonders dann Sinn, wenn du sehr viel für deinen elektrischen Tretroller ausgegeben hast. Er ist dann zum Beispiel gegen Diebstahl und Beschädigungen durch extremes Wetter versichert. Mehr Details dazu findest du in unserem Blogartikel zur Wahl der richtigen Kfz-Versicherung.

Eine solche Versicherung wird sich wahrscheinlich auf fünf bis zehn Euro im Monat belaufen.

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Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale empfiehlt eine Versicherung bis zu einer Schadenssumme von mindestens 100 Millionen Euro. Je nach Angebotslage könnte es sich auch lohnen, den Versicherer zu wechseln. Was du beim Kfz-Versicherungswechsel beachten musst, kannst du in unserem Blog nachlesen.

Elektrische Tretroller, die unter sechs Kilometern pro Stunde bleiben, brauchen keine Versicherung.

Nachhaltigkeit steigern durch Aufladen mit Öko-Strom

Wer sein Auto durch einen elektrischen Tretroller ersetzt, leistet langfristig einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Straßenverkehr. Er kann einfach an einer Steckdose aufgeladen werden und kostet so weniger als einen Euro pro 100 Kilometer.

Um auch beim Aufladen deines emissionsfreien Gefährts so grün wie möglich zu sein, solltest du über einen Öko-Strom-Tarif nachdenken. In unserem Strom Tarife Vergleich oder dem Verivox Ökostrom-Vergleich kannst du dich über Anbieter informieren, die zu dir und deinen Bedürfnissen passen.

 

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.

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