Stromanbieter insolvent: Warum du dir trotzdem keine Sorgen machen musst

Elena Petznik

Stromanbieter insolvent? Was du jetzt tun solltest, erklären wir dir in unserem Artikel. Doch keine Sorge, mangels Stroms im Dunkeln sitzen, musst du nicht.

Wenn der Brief mit der Nachricht über die Insolvenz des eigenen Stromanbieters ins Haus flattert, ist die Unsicherheit zunächst verständlicherweise groß, gerade wenn dies in den dunklen Wintermonaten des Jahres geschieht.

Wie die kürzlich aufgetretenen Insolvenzfälle um Care Energy, Systemstrom und e:veen zeigen, ist es jedoch gar keine Seltenheit, dass Stromanbieter insolvent gehen. Bei uns erfährst du, was du in einem solchen Fall tun solltest.

Stromanbieter insolvent: Was bedeutet das für den Kunden?

Stromanbieter insolventDu hast eine Mitteilung über die Insolvenz deines Stromanbieters bekommen? Keine Panik! Das bedeutet nicht, dass du in wenigen Wochen in einer dunklen Wohnung sitzen wirst. Sollte der betroffene Anbieter die Stromlieferungen tatsächlich einstellen, wirst du in Deutschland automatisch von deinem örtlichen Grundversorger (meistens das Stadtwerk) in die sogenannte Ersatzversorgung und später in die Grundversorgung zurückgestuft, so StromAuskunft.de.

In einigen Fällen wird der insolvente Stromanbieter jedoch auch von einem Mitbewerber oder Investor aufgekauft. In diesem Fall kannst du den Strom ganz normal zu den derzeitigen Bedingungen weiterbeziehen.

Bist du unsicher, ob und wie lange dich dein Anbieter noch mit Strom beliefern kann? Dann scheue dich nicht direkt nachzufragen. Das ist dein gutes Recht als zahlender Kunde.

Insolvenz des Stromanbieters: Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Leider nein! Ein Recht auf eine außerordentliche Kündigung besteht nicht, wenn dein Anbieter insolvent geht. Möchtest du deinen Vertrag dennoch kündigen, wirf am besten einen Blick in deine Vertragsunterlagen und sie nach, welche Kündigungsfrist und Vertragslaufzeit für deinen Vertrag gilt. Nach dieser musst du auch im Insolvenzfall vorgehen.

Etwas anderes gilt, wenn dein Stromanbieter von einem Investor oder ehemaligen Konkurrenten übernommen wurde

Ist dies der Fall, muss dieser deinen Tarif zu den vertraglich festgelegten Konditionen übernehmen. Erhöht er die Preise oder nimmt Leistungsänderungen vor, muss er dich darüber umgehend informieren und dir ein Sonderkündigungsrecht für deinen Vertrag einräumen.

Kein Sonderkündigungsrecht: Sollte der Stromvertrag dennoch gekündigt werden?

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Auf jeden Fall! Bist du bereits in der Ersatz- oder Grundversorgung gelandet, solltest du dich schnellstmöglich nach einem neuen Stromanbieter umsehen, da diese Tarife extrem teuer sind. Grundversorgungsverträge kannst du jederzeit monatlich wechseln. Eine große Auswahl an möglichen Stromanbietern findest du auf Vergleichsportalen, wie Verivox.

Übernimmt der Grundversorger die Stromlieferung, stelle am besten sofort alle Zahlungen an den bisherigen Stromanbieter ein und kündige deinen Vertrag vorsorglich, da nach aktueller Rechtslage nicht vollständig geklärt ist, ob Verträge mit Lieferstopp automatisch enden.

Und selbst wenn dein derzeitiger Stromanbieter von einem Mitwettbewerber aufgekauft wurde und du deine gewohnten Leistungen weiterhin beziehen kannst, kannst du dir nicht sicher sein, ob die Preise nicht zum nächstmöglichen Zeitpunkt erhöht werden. Suche dir stattdessen am besten einen neuen günstigeren Anbieter, sobald die Preise deines aktuellen Tarifs erhöht werden.

Was passiert mit den geleisteten Vorauszahlungen im Fall einer Insolvenz?

Hier stehen die Chancen leider eher schlecht. Zwar solltest du bei geleisteten Vorauszahlungen unbedingt eine Rückforderung beim Insolvenzverwalter deines Stromanbieters stellen, allerdings ist das Haftungspotential einer Firma in der Regel nicht groß genug, um nach Abfindung der großen Gläubiger noch die Vorauszahlungen der Kunden zurückzuzahlen. Die Wahrscheinlichkeit, dein Geld zurückzubekommen, ist in diesem Fall demnach leider sehr gering, so Stromseite.de.

Solltest du dennoch eine Rückforderung anmelden wollen, mache dies erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Verfrüht eingereichte Forderungen werden nämlich nicht berücksichtigt!

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