Bankgebühren zurückfordern: Nutze das BGH Urteil zu deinem Vorteil!

Sophie Hartmann

Das BGH Urteil Bankgebühren sorgt für Wirbel in der Finanzbranche. Was das für dich bedeutet und wie du zu viel gezahlte Gebühren zurückforderst, liest du hier.

Wie der Bundesgerichtshof (BGH) Ende April beschloss, ist es nicht länger rechtens, wenn Banken Gebührenerhöhungen ohne Zustimmung ihrer Kunden durchsetzen. Bei vielen Banken war dies lange Zeit gängige Praxis. Falls du auch betroffen bist und dir dein zu viel bezahltes Geld erstatten lassen willst, bist du damit nicht alleine. Laut einer Umfrage von Verivox wollen etwa 80 Prozent der Befragten ihre Bankgebühren zurückfordern, falls ihnen eine Erstattung zusteht. In diesem Artikel findest du alle Infos, die dir dabei weiterhelfen.

BGH Urteil Bankgebühren: Was ändert sich für dich?

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Gebührenerhöhungen werden meist als „Änderungen an den Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ getarnt. Wenn du dieser Mitteilung nicht fristgerecht widersprochen hast, musstest du eine Gebührenerhöhung bisher hinnehmen. Das BGH Urteil zu Bankgebühren stuft dieses Vorgehen nun als unrechtmäßig ein: Es benachteilige die Kunden und überlasse den Banken eine einseitige Vertragsmacht. Die Stiftung Warentest ist überzeugt, dass fast alle Preiserhöhungen von Banken in den letzten Jahren unwirksam waren. Die gute Nachricht für dich: Du kannst die zu viel gezahlten Bankgebühren von deiner Bank zurückfordern. Doch dafür musst du selbst aktiv werden. Wie genau du vorgehen solltest, erfährst du im nächsten Absatz.

Laut dem Urteil sind Gebührenerhöhungen rechtlich unzulässig, wenn sie durch eine „stillschweigende Zustimmung“ erhoben wurden. So betitelt der BGH die Praxis, eine angekündigte Erhöhung durchzusetzen, nur weil die Kunden nicht ausdrücklich widersprechen.

Bankgebühren zurückfordern: In diesen 3 Schritten bekommst du dein Geld zurück

Leider erstattet dir deine Bank die unrechtmäßig gezahlten Gebühren in den meisten Fällen nicht automatisch. Wir erklären dir, wie du deine Bankgebühren ganz einfach selbst zurückfordern kannst:

Schritt 1: Erstattungsanspruch prüfen

Überprüfe, ob deine Bank die vom BGH kritisierten Klauseln in ihren AGB aufführt. Sie besagen, dass dir deine Bank Änderungen an den AGB zwei Monate vorher in Textform mitteilen kann. Falls du diesen nicht widersprechen solltest, wird das als Zustimmung gewertet. Die Möglichkeit zur Sonderkündigung wird ebenfalls erwähnt.

Ähnlich klingende Klausel gefunden? Dann sieh nach, ob du seit der Kontoeröffnung oder dem Umstieg auf ein neues Kontomodell eine Mitteilung deiner Bank erhalten hast, in der unter Berufung auf diese Klausel eine Gebührenerhöhung angekündigt wurde. Hier lohnt es sich, wenn du die Schreiben in deinen Unterlagen abgeheftet oder deinen E-Mail-Verlauf gespeichert hast. Bezahlen musst du nur die Gebühren, die bei der Eröffnung oder dem Umstieg auf dein aktuelles Konto vereinbart waren. Alle zu viel gezahlten Gebühren seit Anfang 2018 kannst du zurückfordern. Ältere Ansprüche sind inzwischen verjährt.

Falls du kein Schreiben findest, kannst du eine „Entgeltaufstellung“ von deiner Bank fordern. Dort findest du ebenfalls die Informationen, die du benötigst. Du nutzt Online-Banking? Dann findest du die Infos zu Gebührenerhöhungen häufig im Postfach oder dem Archiv deines Zugangs.

Schritt 2: Erstattungsbetrag ausrechnen

Rechne nun alle Beträge zusammen, die du nach einer unrechtmäßigen Gebührenerhöhung seit Anfang 2018 zu viel gezahlt hast. Das können nicht nur Kontoführungsgebühren, sondern beispielsweise auch Gebühren für Ein- und Auszahlungen oder SMS-TAN-Verfahren sein.

Schritt 3: Erstattung beantragen

Jetzt ist es an der Zeit deine Bank zu kontaktieren. Verfasse dazu ein Schreiben, in dem du auf Grundlage des BGH-Urteils deine unrechtmäßig bezahlten Bankgebühren zurückforderst. Nenne eine Frist, in der die Bank den Betrag auf das von dir angegebene Konto überweisen soll.

Die Verbraucherzentrale bietet ein Musterschreiben auf ihrer Website, mit dem du deine Bankgebühren zurückfordern kannst.

Klingt nach viel Arbeit? Die Mühe lohnt sich. Denn stell dir vor, du hast tatsächlich drei Jahre lang unrechtmäßige Bankgebühren bezahlt. In diesem Fall kommen schnell mehrere Hundert Euro zusammen, für die du sicher eine bessere Verwendung findest.

Unzufrieden mit deiner Bank? Jetzt noch einfacher Bank wechseln

Ob unrechtmäßige Kontogebühren, schlechte Konditionen oder unfreundlicher Kundenservice – wenn du nicht mehr glücklich mit deiner Bank bist, solltest du dein Konto kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln. Viele Banken bieten einen Kontowechselservice an und übernehmen den Umzug komplett. Häufig teilt die neue Bank deinen Transaktionspartnern die neue Verbindung mit. Verivox empfiehlt, das alte Konto noch einige Wochen parallel zum neuen laufen zu lassen. Falls beim Wechsel etwas schief gehen sollte, kannst du so entspannt reagieren. Dein altes Konto solltest du erst dann kündigen, wenn das neue fertig eingerichtet ist.

Du bist noch auf der Suche nach einer neuen Bank, die deinen Bedürfnissen gerecht wird? Bei Verivox kannst du in wenigen Klicks viele Anbieter miteinander vergleichen. Hast du deine passende Bank gefunden, kannst du deinen neuen Vertrag direkt online abschließen.

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Du möchtest nur kündigen, ohne einen neuen Vertrag abzuschließen? Fülle dazu einfach unsere vorformulierte und anwaltlich geprüfte Kündigungsvorlage aus und verschicke deine Kündigung direkt an deine Bank. Im Anschluss erhältst du den Versandnachweis deiner Kündigung von uns per E-Mail.

Bei Fragen zu deiner Kündigung mit aboalarm kannst du dich selbstverständlich jederzeit an unseren erfahrenen Kundenservice wenden.

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Angaben um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keine im Einzelfall geltenden Vertragskonditionen oder ähnliches darstellen. Hierfür solltest du die vereinbarten Vertragskonditionen und den genauen Vertragstext deines Anbieters einsehen, da wir diese Details nicht tagesaktuell prüfen können.