Anbieterwechsel: Mit Hilfe dieser Tipps umgehst du Probleme!

Elena Petznik

Anbieterwechsel im Telekommunikationsbereich verlaufen nur selten reibungslos, belegt eine neue Studie. Lies hier, was du tun kannst, um mögliche Probleme zu umgehen.

Eine neue Studie der Verbraucherzentralen und des Marktwächters Digitale Welt bringt aufsehenerregende Zahlen zum Vorschein: Jeder fünfte Verbraucher, der innerhalb der letzten 24 Monate seinen Internet- und Festnetzvertrag wechseln wollte, berichtet über Probleme. Bei Mobilfunkwechslern sind es immerhin 8 Prozent der Befragten. Wir geben Tipps, wie du möglichen Komplikationen bestmöglich vorbeugen kannst.

 

Grafik Probleme Anbieterwechsel Internet und Festnetz

Grafik Probleme Anbieterwechsel Handyvertrag

Das Ergebnis: Das sind die häufigsten Probleme beim Anbieterwechsel

Wie aus der obigen Grafik ersichtlich, treten beim Anbieterwechsel im Internet- und Telefonbereich am häufigsten Probleme bei der Bereitstellung der Leistung auf. So gaben die in der Umfrage Befragten beispielsweise an, der alte Anbieter gäbe die Leitung nicht rechtzeitig frei oder schalte den Anschluss ab, bevor der neue Anbieter mit der Leistungserbringung beginnen könne, sodass über Wochen, Monate oder in Extremfällen sogar Jahre keine funktionierende Internet- und Telefonverbindung hergestellt werden könne.

Darüber hinaus kommt es vor, dass Kunden in eine Störung wechseln oder der neue Anbieter nicht auf Anfragen reagiert, obwohl die vertraglich vereinbarten Leistungen nicht in vollem Umfang oder überhaupt nicht erbracht werden.

Zudem berichteten zahlreiche Befragte, insbesondere im Mobilfunkbereich, dass Portierungsaufträge lediglich verzögert oder gar nicht durchgeführt werden. Angegebene Begründungen sind für den Kunden meist unverständlich oder nicht nachvollziehbar, zeigen die angeführten Beispielfälle aus dem Frühwarnnetzwerk.

Und auch den Kundensupport vieler Anbieter im Telekommunikationsbereich bemängeln die Befragten. So zeichne sich ein guter Kundenservice durch freundliches und fachkundiges Personal, gute Erreichbarkeit und gezielte Problemlösungen aus. Diese Eigenschaften scheinen viele Kunden laut der durchgeführten Studie zu vermissen.

Ebenfalls erschreckend: Fast jeder fünfte Befragte klagt über Probleme bei der Kündigung seines Internet- und Telefonanbieters, im Mobilfunkbereich ist diese Zahl sogar noch höher. Da eine wirksame Kündigung die Grundlage für einen erfolgreichen Anbieterwechsel darstellt, sind auftretende Probleme in diesem Bereich besonders ärgerlich. Befragte berichten, dass ihnen ihr Anbieter beispielsweise Rechnungen über den Kündigungstermin hinaus zuschickte und Kündigungen demnach einfach ignoriert wurden. Zudem werden Verträge, die aus mehreren Vertragsbestandteilen bestehen – wie beispielsweise ein Handyvertrag mit zugehöriger Partnerkarte – häufig nicht in vollem Umfang gekündigt. Stattdessen läuft der Vertrag über die Partnerkarte noch über den Kündigungstermin hinaus ohne, dass dies im Interesse des Kunden liegt.

Wer seine Kündigung auf Empfehlung der Verbraucherzentralen oder der Bundesnetzagentur den neuen Anbieter durchführen lässt, stößt teilweise ebenfalls auf Probleme. So kommt es mitunter zu Fehlern im Abstimmungsprozess zwischen deinem alten und dem neuen Anbieter, wodurch Kündigungsfristen verpasst oder Leistungen nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden können.

Die in der Studie beleuchteten Probleme sollen dich selbstverständlich nicht davon abhalten, deinen Anbieter zu wechseln. Insbesondere, wenn du unzufrieden mit den Leistungen bist oder einen weitaus günstigeren Anbieter gefunden hast, denn für jedes potentiell auftretende Problem lässt sich eine Lösung finden.

Du bist eigentlich zufrieden mit deinem Anbieter, ärgerst dich aber, dass du als langjähriger Kunde nicht mehr von Neukundenangeboten profitieren kannst? Dann solltest du deinen Vertrag kündigen und auf die Rückgewinnungsangebote deines Anbieters eingehen. Hier lässt sich mitunter das ein oder andere Schnäppchen abgreifen. Wie das am besten funktioniert, erklären wir dir in unserem Artikel Geld sparen durch Vertragswechsel: Wenn Untreue belohnt wird!

Anbieterwechsel: Unsere Tipps für einen reibungslosen Ablauf

Du hast dich dazu entschieden, deinen derzeitigen Telekommunikationsanbieter zu wechseln? Wir zeigen dir, auf was du besonders achten solltest, damit du möglichst lückenlos und ohne Probleme in deinen neuen Vertrag gelangst. Wie der Prozess des Anbieterwechsels verlaufen sollte, beschreibt unsere Infografik.

Anbieterwechsel

 

Checke Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist des alten Vertrags

Welchen Internet&Telefon-Vertrag möchtest du kündigen?
Jetzt Anbieter auswählen
Zunächst ist es wichtig, die Vertragslaufzeit, sowie die für deinen Vertrag geltenden Kündigungsbedingungen herauszufinden. Wirf hierzu am besten einen Blick in deine Vertragsunterlagen oder die AGB. Hier findest du alle wichtigen Informationen zu Laufzeit, Kündigungsfrist und er richtigen Form, in der du deine Kündigung versenden musst. Wir empfehlen dir, den Kundenservice deines Anbieters diesbezüglich wirklich nur zu kontaktieren, wenn du die Informationen nirgends finden kannst. Oftmals bieten Anbieter auch einen gut ausgebauten Online-Bereich an, in dem du die nötigen Informationen ebenfalls finden kannst.

Seit dem 1. Dezember 2017 findest du dank der Transparanzverordnung auf jeder Rechnung dein Kündigungsdatum.

Hast du Laufzeit und Frist herausgefunden, achte darauf, deinen Vertrag mit genug Vorlauf zu kündigen, um etwaige Verzögerungen im Versand oder der Bearbeitung mit einzurechnen und notfalls auch noch genug Zeit zu haben, eine Kündigungsbestätigung von deinem Anbieter einzufordern.

Was bedeutet „genug Vorlauf“? Nehmen wir an, dein Handyvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von drei Monaten und du entscheidest dich nach 19 Monaten, zu einem anderen Anbieter zu wechseln. An dieser Stelle ist es empfehlenswert die Kündigung mit einem zeitlichen Puffer und nicht erst am Stichtag selbst (exakt drei Monate vor Vertragsende) zu versenden. So hast du genug Zeit, um auf mögliche Probleme bei deiner Kündigung zu reagieren.

Sie dich nach einem neuen Anbieter um

Bevor du deine Kündigung versendest, solltest du dir zudem Gedanken machen, zu welchem Anbieter du wechseln möchtest. Studiere die Angebote einzelner Anbieter und vergleiche diese hinsichtlich des Preises und der Leistung. Vergleichsportale, wie Verivox, können dir bei dieser Suche sehr behilflich sein.

Kündige deinen alten Vertrag

Welchen Handyvertrag möchtest du kündigen?
Jetzt Anbieter auswählen
Zwar empfehlen Verbraucherzentralen, die Kündigung des alten Anbieters im Telekommunikationsbereich dem neuen Anbieter zu überlassen. Dennoch raten wir dir aufgrund der potentiell auftretenden Abstimmungsprobleme zwischen deinem alten und deinem neuen Anbieter dazu, die Kündigung selbst zu versenden. Nur so kannst du sichergehen, dass diese fristgerecht bei deinem alten Anbieter eingeht. Wie bereits erwähnt, solltest du immer mit etwas Vorlauf kündigen und eine Bestätigung von deinem Anbieter verlangen. Zwar handelt es sich bei einer Kündigung um eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung, die keiner Bestätigung bedarf, um wirksam zu werden, dennoch gibt eine Bestätigung der Kündigung durch den Anbieter eine gewisse Sicherheit. Wir empfehlen aus diesem Grund, die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein oder Fax mit Sendeprotokoll zu versenden. Nur so erhältst du einen Nachweis über den erfolgreichen Versand deiner Kündigung, der dir in einem potentiellen Streitfall helfen kann. Kündigst du stattdessen per E-Mail kannst du nicht nachweisen, dass deine Kündigung sicher bei deinem Anbieter angekommen ist. Einige Anbieter bieten dir zudem die Option, deine Kündigung online im Kundencenter vorzumerken und diese anschließend telefonisch zu bestätigen. Hiervon raten wir jedoch ab, da du auch auf diesem Weg nicht belegen kannst, dass deine Kündigung bei deinem Anbieter eingegangen ist. Außerdem, sind wir ehrlich, wie schnell ist so ein telefonischer Bestätigungsanruf vergessen und der eigentlich gekündigte Vertrag automatisch verlängert?

Selbstverständlich kannst du für die Kündigung deines Vertrags auch unseren Service nutzen. Wähle einfach den passenden Anbieter aus, vervollständige das vorgefertigte und anwaltlich geprüfte Kündigungsschreiben mit deinen Vertragsdaten und versende deine Kündigung direkt online über uns. Im Anschluss erhältst du einen Nachweis über den erfolgreichen Versand deiner Kündigung per E-Mail.

Denke zudem immer daran, alle Bestandteile deines Vertrags zu kündigen.

Schließe den neuen Vertrag ab

Nimm nach dem erfolgreichen Versand deiner Kündigung Kontakt zu deinem neuen Wunschanbieter auf oder besuche ein Vergleichsportal, wie beispielsweise Verivox, und schließe den neuen Vertrag ab.

Erwähne hierbei unbedingt, dass dein alter Vertrag bereits gekündigt ist, damit dein neuer Anbieter nicht versucht, den Vertrag erneut zu kündigen, denn so kann es sein, dass er deine fristgerechte Kündigung wieder aufhebt.

Bestehe darauf, dass versprochene Leistungen vertraglich festgehalten sind. Für den Fall, dass dein Anbieter diese über einen längeren Zeitraum nicht einhält, kannst du deinen Vertrag unter Umständen außerordentlich kündigen. Weitere Infos erhältst du in unseren Artikeln Sonderkündigungsrecht Handyvertrag und Sonderkündigungsrecht Internet.

Achte zudem darauf, dass sich die Laufzeiten der beiden Verträge nicht groß überschneiden, um Doppelzahlungen zu vermeiden. Erkläre deinem neuen Anbieter ganz genau, ab wann du die Leistungen benötigst und vereinbare im Fall von DSL-Verträgen frühzeitig einen Technikertermin zur Freischaltung des neuen Vertrags.

Entscheidest du dich, die Kündigung deines alten Vertrags deinem neuen Anbieter zu überlassen, plane in jedem Fall genug Vorlaufzeit ein, damit dieser die Kündigung rechtzeitig einreichen und den Anbieterwechsel vollziehen kann.

Du möchtest deine aktuelle Rufnummer zu deinem neuen Anbieter mitnehmen? Dann merke dies am besten direkt im Zuge des Vertragsschlusses rechtzeitig bei deinem neuen Anbieter an. Dieser leitet die Portierung anschließend in die Wege. Weitere Infos zur Rufnummernmitnahme erhältst du in unseren Artikeln Rufnummernmitnahme muss nicht kompliziert sein und How to do: Festnetznummer mitnehmen.

 

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.

Anbieterwechsel: Mit Hilfe dieser Tipps umgehst du Probleme! Anbieterwechsel verlaufen nur selten reibungslos, belegt eine neue Studie. Lies hier, was du tun kannst, um mögliche Probleme zu umgehen. Artikelbewertungen: 4 3.0 / 5 4