10 Spartipps zur Autoversicherung für Fahranfänger

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du bei der Autoversicherung als Fahranfänger sparen kannst. Lies hier, wie sich junge Fahrer und Fahranfänger günstig versichern können.  

Wer sich sein erstes Auto zulegt, kommt um die Autoversicherung nicht herum. Bei aller Freude auf die neu gewonnene Freiheit kommt die Ernüchterung beim Blick auf die Versicherungsbeiträge. Junge Fahrer ohne Fahrpraxis, die nie ein Fahrzeug auf ihren Namen zugelassen haben, zahlen oft hohe drei- oft auch vierstellige Beträge im Jahr. Doch mit einigen Kniffen und ein wenig Kenntnis über das Thema lässt sich der Beitrag für die Autoversicherung als Fahranfänger senken. Wir zeigen dir, wie das genau funktioniert.

Autoversicherung für Fahranfänger: Gründe für die hohen Versicherungsbeiträge

Hauptgrund für sehr hohe Beiträge ist, dass Versicherungen Fahranfänger mit Risikozuschlägen belegen, weil sie ein statistisch höheres Unfallrisiko haben als langjährige Fahrer. Es gibt verschiedene Kriterien, die in die Berechnung der Kfz-Versicherungsbeiträge einfließen. Einige Kriterien wirken sich beitragssenkend, andere beitragssteigernd aus. Fahranfänger haben das Problem, dass bei einer ersten Autoanmeldung sehr viele beitragssteigernde Faktoren ins Spiel kommen.

Folgende Faktoren verteuern für Fahranfänger den Beitrag typischerweise:

  • Alter: Junge Menschen verunglücken bei Autounfällen statistisch gesehen am häufigsten, deshalb ist es für junge Menschen teurer.
  • Fehlende Fahrpraxis: Die Versicherung geht grundsätzlich vom Schlimmsten aus. Deshalb “erarbeiten” sich Versicherte erst im Laufe der Jahre günstige Schadenfreiheitsklassen (schadenfreie Jahre). Einsteiger werden ohne unfallfreie Zeit in die niedrigste, also teuerste Klasse eingestuft.
  • Kurze Zeit im Besitz des Führerscheins: Die Zeit, die zwischen Führerscheinerwerb und erster eigenen Versicherung liegt, spielt auch eine Rolle: Wer nach der Fahrprüfung sofort ein Auto versichert, bezahlt am meisten.
  • Genutztes Auto: Bestimmte Fahrzeugtypen sind häufiger in Unfälle verwickelt als andere. Daher gibt es je nach statistischem Risiko der “Typklasse” unterschiedliche Beiträge. Fahranfänger sind vielfach in kleinen Autos mit teurer Typklasse unterwegs.
Infografik: Autounfälle nach Alter ©1A Verbraucherportal / http://www.kfz.1a.net/versicherung/fahranfaenger/
Infografik: Autounfälle nach Alter ©1A Verbraucherportal / http://www.kfz.1a.net/versicherung/fahranfaenger/

Kosten für die Autoversicherung senken – mit diesen Tipps klappt es

1. Auto mit niedriger Typklasse anschaffen

Trotz knappen Budgets bei der Anschaffung: Du solltest überprüfen, welche Typklasse dein Wunschauto hat. Bei hoher (teurer) Klasse, überlege, ob es nicht doch ein anderes Modell mit besserer Typklasse sein kann. Abfragen lassen sich die Einstufungen über www.typklasse.de. Übrigens: Ältere Autos sind zwar in der Anschafftung günstig, aber oft in hohen Typklassen, also teuer in der Versicherung. Wer es sich leisten kann, sollte bei der Anschaffung lieber gleich in ein neueres Modell mit günstiger Typklasse investieren.

2. Die ersten Jahre über die Eltern versichern

Wenn dein Führerschein noch ganz frisch ist, ist es sinnvoll, dein Auto über deine Eltern oder Großeltern als Zweitwagen zuzulassen. Das ist deutlich günstiger, weil sie nicht als Fahranfänger gelten. Du kannst dich als Fahrer in den Vertrag aufnehmen lassen. Dabei sammelst du zwar keinen Schadesfreiheitsrabatt, sondern nur deine Eltern als Versicherungsnehmer. Aber: Einige Versicherungen gestatten nach ein paar Jahren, den Vertrag samt Rabatt zu übertragen. Sollte diese Übertragung nicht möglich sein, macht das Zweitwagenmodell trotzdem Sinn, weil du erstens von vornherein Geld sparst und zweitens bei einer anschließenden echten eigenen Versicherung nicht mehr als Führerscheinneuling angesehen wird. Spätestens dann hast du Vorteile bei der Schadensfreiheitsklasse.

3. Kleine Schäden selber zahlen

In manchen Fällen macht es Sinn, kleinere Versicherungsschäden (Richtwert ca. bis 1000 Euro) lieber selbst zu bezahlen anstatt sie der Versicherung zu melden. Das wirkt sich positiv auf die Schadenfreiheitsklasse in den nachfolgenden Versicherungsjahren aus. Mehr dazu kannst du im Aboalarm-Blogbeitrag Unfallschaden selbst zahlen: Wann lohnt es sich? nachlesen.

4. Übertragung von Rabatten

Wenn ältere Fahrer in der Verwandtschaft ihr Auto endgültig abmelden, z.B. die Eltern oder Großeltern, ist es bei vielen Versicherungen möglich deren Rabatt für die schadenfreien Jahre zu übernehmen. Das gilt jedoch nur für die Jahre nach deinem Führerscheinerwerb.

5. Familienversicherung

Wer dieselbe Versicherungsgesellschaft wählt wie seine Eltern, kann den Beitrag kräftig senken. Allerdings bieten das nicht alle Versicherungen an.

6. Fahrsicherheitstraining & Begleitendes Fahren

Führerscheinneulinge, die beim begleitenden Fahren teilnehmen, können bei vielen Gesellschaften niedrigere Beiträge erwarten. Gleiches gilt für Teilnehmer von Fahrtrainings.

7. Weitere Rabatte ausschöpfen

Manche Versicherungen gewähren unterschiedliche Rabatte, z.B. für Besitzer einer Bahncard oder ÖPNV-Monatskarten.

8. Gebrauchte günstig versichern

Autoversicherungen bestehen aus einem Pflichtteil (Haftpflicht) und einem freiwilligen Teil (Kasko). Wer ein älteres Auto fährt, sollte sich die Sinnhaftigkeit der Kasko gut überlegen. Wer darauf verzichten kann, spart allein dadurch gut die Hälfte an Beitrag.

9. Leistungen genau abwägen

Wer im Leistungskatalog bestimmte Klauseln beachtet, kann den Beitrag senken. Dazu zählen Werkstattbindung (-15%) und – wenn vorhanden – abgeschlossenen Stellplatz angeben (-11%). Auch die Kilometerleistung nimmt erheblichen Einfluss. Deshalb: Nicht mehr Jahreskilometer angeben als tatsächlich gefahren werden.

10. Ausgiebig vergleichen

Wer aus Bequemlichkeit den bewährten Versicherungsvertreter aufsucht, weil die Eltern es “schon immer so gemacht haben”, verschenkt unter Umständen eine Menge Geld. Denn: Gerade bei Autoversicherungen bestehen riesige Unterschiede zwischen teurerstem und günstigstem Anbieter – durchschnittlich 1231 Euro nach einer Untersuchung der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Deshalb: Am besten im Internet vergleichen. Mehr zu den verschiedenen Vergleichportalen und was es zu beachten gibt, kannst du im Aboalarm-Blogartikel Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen im Test nachlesen.

Verträge regelmäßig im Vergleich überprüfen

Wer bereits eine Autoversicherung hat, sollte unbedingt regelmäßig nach besseren bzw. günstigeren Angeboten Ausschau halten. Verbraucherschützer empfehlen sogar, jährlich zu vergleichen. Der Preiskampf der Autoversicherungen ist enorm und wird auch in den kommenden Jahren für sinkende Neukundenpreise sorgen. Nur wer wechselt, kann davon profitieren. Selbst wenn der bestehende Vertrag günstiger wird, lohnt ein Tarifvergleich. Grund ist laut Stiftung Warentest, dass es sich um “versteckte Preiserhöhungen” handeln kann.

Internet-VergleichsportaleZahlreiche Portale erlauben Vergleich und Wechsel ohne Kosten. Allerdings listet nicht jedes Vergleichsportal alle Anbieter auf und auch die Konditionen unterscheiden sich. Deshalb ist es ratsam, mehrere Rechner durchzuspielen, auch wenn das ein paar Minuten Mehraufwand bedeutet. Portale finanzieren sich übrigens über Provisionen der Versicherungen.
VersicherungsberaterHier erhältst du eine unabhängige Beratung, aber du musst ein zeitabhängiges Beratungshonorar zahlen.
VersicherungsmaklerEs werden üblicherweise weniger Gesellschaften verglichen als bei Portalen. Makler verdienen ebenfalls an den Vermittlungsprovisionen. Geeignet für alle, die eine persönliche Beratung wünschen.
EigenrechercheAufwändig, aber kostenlos. Jede Versicherung hat Vergleichsrechner auf der Webseite eingebunden. Zur Vorauswahl empfiehlt es sich aktuelle Testergebnisse nach guten Tarifen zu durchforsten.

Autoversicherung für Fahranfänger: Fazit

Fahranfänger, Führerscheinneulinge und Erstversicherte müssen einige Faktoren hinnehmen, die Ihre Kfz-Beiträge teuer machen. Manches davon lässt sich nicht vermeiden, doch es gibt durchaus Potenzial zur Beitragsreduzierung. Dazu ist es wichtig, die Fakten zu kennen und genau zu wissen, wo Rabatte von den Versicherungen gewährt werden. Wer sich genau informiert, kann dreistellige Beträge jedes Jahr einsparen, allein durch überlegte Auswahl der Leistungen, Angebotsvergleich und spezielle Rabatte.

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Über den Autor
Philipp Rose

Der Autor arbeitet als Fachredakteur für Autoversicherung und Energie beim 1A Verbraucherportal. Dieses stellt für Endverbraucher unter http://kfz.1a.net/ ein umfangreiches Kfz-Spezial zur Verfügung, das als Verbraucherratgeber und Automagazin für Autofahrer als “Navi im Internet” fungiert.

Website: http://kfz.1a.net/