CarSharing: Im riesigen Angebot den Überblick behalten

Simone Groß

Die Deutschen und ihr Auto – das ist seit Jahrzehnten eine ungebremste Liebe. Doch ein eigenes Auto zu unterhalten, ist vielfach kaum zu finanzieren. Bei steigenden Spritpreisen, Reparaturkosten und Versicherungen stoßen nicht wenige an ihre finanziellen Grenzen. Doch warum besitzen, und nicht teilen? Car-Sharing ist derzeit ein großes Thema: Mittlerweile buhlen etliche Anbieter am Markt um die Fahrer. Und die Apps der Autovermietungen helfen, das nächste Auto zu finden.

Vor allem in Großstädten ist CarSharing populär geworden. Denn wo U- und S-Bahnen die täglich zu fahrenden Strecken abdecken, lohnt sich eine Monatskarte eher, als das eigene Auto.

Und es ist günstiger! CarSharing bietet sich für jene, die nur eben schnell und unkompliziert Dinge erledigen wollen: Kind aus der Kita abholen, zum Fußballtraining fahren oder fix den Großeinkauf tätigen, ohne schwere Kisten schleppen zu müssen.

CarSharing: Ein Trend, der immer mehr Nutzer findet

Im Jahr 2012 nutzten schon mehr als 453.000 Bundesbürger mindestens einmal stationsbasierte oder frei im Straßenraum verfügbare Car-Sharing-Angebote, wie der Branchenverband BCS (Bundesverband CarSharing mitteilt. Rund 200.000 Neukunden konnten alleine im vergangenen Jahr gewonnen werden.

Auch die Zahl der angebotenen Autos stieg deutlich, auf 11.250. Mehr als die Hälfte davon stehen an 3250 Stationen in 343 Städten und Gemeinden zur Verfügung.

Der Rest sind so genannte Free-Floating-Fahrzeuge, die in den Großstädten nicht an festen Stationen abgeholt und abgegeben werden müssen. Deutschland liegt damit hinter den USA weltweit auf Platz zwei.

Weitere Studien, wie zum Beispiel “Sharity: Die Zukunft des Teilens” vom Schweizer Gottlieb Duttweiler Institut (kurz: GDI) oder eine Bitkom-Studie belegen diese steigende Tenzend. Erfreuliches Ergebnis: 85 Prozent der Internetnutzer sind dem Teilen  von Autos gegenüber aufgeschlossen.

Große und kleine Anbieter am Markt

Die bedruckten oder beklebten Autos, meist Mittel- und Kleinwagen, stehen in den Städten der einzelnen Anbieter im Straßenraum oder extra ausgewiesenen Parkbuchten. Einer der ganz großen Player ist dabei die Deutsche Bahn. Neben Fahrrädern vermietet der Mobilitätskonzern unter dem Namen Flinkster längst auch Kleinwagen in 140 Städten deutschlandweit.

Auch BMW unterhält im Zusammenschluss mit dem Autovermieter Sixt eine Flotte, drive-now genannt, in vielen Städten der Bundesrepublik.

Und der Stuttgarter Autobauer Daimler mischt ebenfalls mit und stellt unter dem Namen Car-2-Go eine große Auswahl an Wagen zur Verfügung.

Private und überregionale regionale Anbieter, wie beispielsweise GreenWheels oder Stadtmobil halten der namhaften Konkurrenz durch eine große Flotte stand.

Allen Anbietern gemein ist die einfache Suche nach dem Auto: Entweder online oder Handy den nächst geparkten Wagen suchen, diesen mit einer Chipkarte oder einer vom Auto-Vermieter ausgestellten ID aus dem Führerschein öffnen, anmelden und losfahren. Auch per App lassen sich die frei verfügbaren Wagen gut im Stadtraum finden.

Alle großen Anbieter betreiben mittlerweile die mobile Suchhilfe nach dem passenden Auto für das Handy.

Hier die Links zu den Apps der Anbieter:

 

Für welchen Wagen soll sich der Kunde also entscheiden? Neben der stationären oder freien Verfügbarkeit liegen die Mietbedingungen vor allem im Detail. Bei den meisten Anbietern lohnt sich die Anmietung wirklich nur dann, wenn klar ist, wie lange das Fahrzeug benötigt wird. Denn: Bei einem Mietpreis ab 19 Cent pro Minute (!) plus einer Stundengebühr kann der Mietwagen schnell teuer werden. Darüber hinaus ist bei allen Anbietern eine Mitgliedschaft gegen eine monatliche Gebühr erforderlich. Diese jedoch variieren und es lohnt sich daher, Preise zu vergleichen!

Privatautos stehen zur Nutzung frei

Günstiger können da die kleineren Anbieter von Car-Sharing-Modellen sein, die sich derzeit gegen die Übermacht der großen Konzerne zu behaupten versuchen. Die Kleinen sind bislang meist noch regional aufgestellt, wie beispielsweise der Carsharing-Anbieter mit dem aussagekräftigsten Namen nachbarschaftsauto (siehe Sceenshot unten).

Quelle: Screenshot
Quelle: Screenshot

Die Fahrer der Wagen bezahlen die vom jeweiligen Verleiher festgelegte Leihgebühren plus eine Buchungsgebühr (von 1,50 Euro) und Versicherung (je nach Verleihdauer und Motorleistung zwischen 5,80 Euro und 10,50 Euro am Tag) direkt an Nachbarschaftsauto.

Ähnlich funktionieren die Modelle von rent’n’roll und carzapp. Interessant sind auch die Car-Sharing Modelle der Anbieter wie tamyca oder autonetzer. Bei beiden Unternehmen sind es nämlich Privatpersonen, die ihr Auto ungenutzt in der Garage stehen haben und es daher anderen Fahrern zur Verfügung stellen möchten. Den Mietpreis bestimmen die Autobesitzer dabei selbst, versichert sind die Ausleihvorgänge automatisch bei jeder Buchung. Auto-Leiher bezahlen für die Zusatzversicherung ab 5,90 Euro.

Tipp: Für Verbraucher, die gelegentlich Autos für kurze Strecken angewiesen sind, macht es Sinn, sich bei mehren Anbietern zu registrieren, um sicher stellen zu können, im Notfall einen Wagen aus der nahen Umgebung zur Verfügung zu haben.

Ausblick: Die Zahl der Carsharing-Nutzer wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Bereits heute gibt es in vielen Städten und Gemeinden professionell organisierte Carsharing-Unternehmen und Vereine. Und es werden mehr: bis zu 15 Millionen Carsharing-Nutzer werden in Europa für das Jahr 2020 erwartet.

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