Carsharing Versicherung: Gilt „Sharing is Caring“ auch bei Versicherungen?

Elena Petznik

Ob privat oder kommerziell – der Carsharing Markt boomt und wirft häufig die Frage nach der richtigen Versicherung auf. Die wichtigsten Infos zum Thema Carsharing Versicherung im Überblick.

Wer in einer Großstadt wohnt, kennt das Problem vermutlich nur zu gut: Die monatlichen Fixkosten für das eigene Auto sind zu hoch, insbesondere wenn sich die Fahrzeugnutzung auf ein Minimum beschränkt. Gänzlich verlieren, möchte man seine mobile Freiheit jedoch ebenfalls nicht. Für eben beschriebene Zielgruppe wurde das Modell des Carsharings entwickelt, das in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren durfte. Ob das eigene Privatauto mit anderen über Vermittler zu teilen oder beim kommerziellen Carsharing zeitweise ein Fahrzeug des örtlichen Anbieters zu fahren – dem Teilen von Autos sind derzeit kaum Grenzen gesetzt. Dennoch wirft das Geschäftsmodell viele Fragen auf. Wie verhält es sich beispielsweise beim Thema Carsharing Versicherung? Kann man die eigene Versicherung weiterführen, sollte man diese wechseln oder gar gänzlich aufgeben? Wir haben Antworten auf die brennendsten Fragen.

Alle Jahre wieder: Die Suche nach der richtigen Versicherung

Welche Kfz-Versicherung möchtest du kündigen?
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Wie jedes Jahr zu Beginn des Novembers kommt die Frage nach dem Wechsel der eigenen Kfz-Versicherung auf. Du stehst dieses Jahr jedoch vor der Entscheidung, dein eigenes Auto zu verkaufen und auf Carsharing umzusteigen? Möchtest du dein eigenes Fahrzeug anderen im privaten Carsharing zur Verfügung stellen, darfst du deine Kfz-Versicherung auf keinen Fall kündigen, ohne eine neue abzuschließen. Stattdessen solltest du dich nach einem Anbieter umsehen, der Carsharing bereits in sein Programm aufgenommen hat, oder eine Zusatzversicherung abschließen. Weitere Infos hierzu findest du weiter unten im Artikel.

Die Kündigungsfrist eines Großteils aller Kfz-Versicherungen endet zum 30. November. Geht die Kündigung nicht bis zu diesem Zeitpunkt bei deinem Versicherer ein, verlängern sich die meisten Verträge automatisch um ein weiteres Jahr.

Für den Versicherungsvergleich empfiehlt es sich, eines der zahlreichen Vergleichsportale zu nutzen. Worauf du dabei achten solltest, erklären wir dir in unserem Artikel Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen im Test.

Privates Carsharing: Welche Versicherung haftet im Schadensfall?

Das eigene, kaum genutzte Auto zum Carsharing-Fahrzeug machen, klingt zunächst verlockend. Doch was, wenn der Mieter einen Unfall baut? Denn laut Zeit online muss die standardmäßige Kfz-Versicherung in diesem Fall nicht zahlen, da das Auto an einen nicht im Personenkreis definierten Fahrer verliehen wurde. Gleiches gilt für die Kaskoversicherung. Selbstverständlich bleibst du jedoch im Fall eines Unfalls nicht automatisch auf den Kosten sitzen, wenn du dein Fahrzeug auf Plattformen zum privaten Carsharing zur Verfügung stellst.

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, ein geteiltes Fahrzeug zu versichern:

  • Zum einen kannst du den Fahrerkreis deiner privaten Kfz-Versicherung vertraglich offenhalten, also nicht auf Personen in deinem Umfeld beschränken. Dieser Schritt führt jedoch zumeist zu einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrags, da mehrere verschiedene Fahrer das Unfallrisiko erheblich erhöhen.
  • Eine Alternative hierzu, wäre die direkte Absicherung über die Plattform, auf der du dein Fahrzeug registrieren möchtest, denn die meisten Vermittler haben sich Versicherungen als Partner hinzugeholt, die spezielle Carsharing Versicherungen anbieten. Diese greifen immer dann, wenn das Fahrzeug von einem Mieter bewegt wird.
Zumeist schränken die Versicherer den Personenkreis, der dein Fahrzeug bei einer Vermietung nutzen darf, enorm ein. So dürfen in einigen Fällen weder sehr junge, noch Fahrer über 69 privat zur Verfügung gestellte Fahrzeuge nutzen.

Eine spezielle Carsharing Versicherung bietet zugelassenen Mietern eine Voll- Teilkasko- sowie Haftpflichtversicherung und sichert zudem im Pannenfall ab. Und auch du kannst von dieser Versicherung profitieren. Schließlich verlierst du deinen Schadenfreiheitsrabatt bei deiner eigenen Kfz-Versicherung nicht, wenn der Mieter einen Unfall baut und musst auch nicht für den Schaden aufkommen.

Ein Großteil aller Anbieter verlangt automatisch nach dem Abschluss einer Zusatzversicherung, sobald du dein Auto auf der Plattform registrierst.

Ist dies nicht der Fall, solltest du unbedingt den Personenkreis deiner Versicherung, wie oben beschrieben, offenhalten oder eine Zusatzversicherung abschließen.

Kommerzielle Carsharing Versicherung: Ist diese im Preis inbegriffen?

Statt am privaten Carsharing teilzunehmen, überlegst du, dich bei einem der zahlreichen kommerziellen Carsharing- Anbieter zu registrieren und dein eigenes Auto stattdessen zu verkaufen? In diesem Fall musst du dir um die Versicherung keine großen Gedanken machen, denn alle zur Verfügung gestellten Autos sind automatisch über denn Anbieter versichert. Allerdings kann es Im Schadensfall trotz umfangreichem Versicherungsschutz teuer wenden, denn dann wird in der Regel eine Selbstbeteiligung fällig. Wie hoch diese ist, hängt vom jeweiligen Anbieter ab.

Für dich bedeutet das konkret, dass eine Kfz-Versicherung für ein gemietet Fahrzeug zwar automatisch im Preis enthalten ist, du jedoch im Schadensfall häufig trotzdem viel Geld zahlen musst. Die meisten Anbieter bieten Optionen an, bei denen gegen Aufpreis die Selbstbeteiligung reduziert werden kann. Eine Übersicht über die Konditionen der einzelnen Anbieter findest du bei carsharing-news.de.

Um die Selbstbeteiligung so gering, wie möglich zu halten, bieten einige Versicherer spezielle Carsharing-Versicherungen an. Hierbei wird der Selbstgehalt auf die Höhe reduziert, die auch für dein eigenes Fahrzeug vereinbart war.

Möchtest du eine solche Zusatzleistung abschließen, solltest du zunächst bei deinem derzeitigen Versicherer nachfragen und gegebenenfalls die Kfz-Versicherung wechseln.

Carsharing Versicherung aufgeben: Was passiert mit dem Schadenfreiheitsrabatt?

Wie eben erwähnt, ist eine eigene Kfz-Versicherung im kommerziellen Carsharing nicht unbedingt nötig. Doch was passiert mit dem Schadenfreiheitsrabatt, wenn du dir nach einigen Jahren doch wieder ein eigenes Auto mit neuem Versicherungsvertrag anschaffen möchtest?

Schon bevor du deine Kfz-Versicherung zugunsten des Carsharings aufgibst, solltest du klären, wie lange der Schadenfreiheitsrabatt bei deiner Versicherung bestehen bleibt. In der Regel gilt hier eine Frist von sieben bis zehn Jahren, so Finanzip. Lasse dir bei Künidgung deine aktuelle Schadenfreiheitsklasse bescheinigen und lege diese Bescheinigung dem neuen Versicherer bei Vertragsschluss vor. Hattest du während der Carsharing-Nutzung keinen Unfall, solltest du dir auch dies bescheinigen lassen, um es dem Versicherer als Nachweis vorzulegen. So solltest du mit dem neuen Vertrag erneut in der alten Schadenfreiheitsklasse einsteigen können.

Besitzt du bei Kündigung der Versicherung deinen Führerschein noch keine drei Jahre, kann es sein, dass du bei erneutem Vertragsschluss erneut im höchsten Versicherungsbeitragssatz einsteigen musst, so Focus online.

Du möchtest mehr über einige Carsharing-Anbieter erfahren? Dann wirf einen Blick in unseren Artikel CarSharing: Im riesigen Angebot den Überblick behalten.

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