Sonderkündigungsrecht Strom und Gas – Gründe – Update

Michaela Kiesel

Bei einer Preiserhöhung oder einem Umzug hast du unter Umständen ein Sonderkündigungsrecht Strom bzw. Gas. Lies hier mehr zu den Bedingungen.

Du ziehst um, aber dein Strom- oder Gasversorger beliefert deinen neuen Wohnort nicht und deshalb möchtest du bei deinem Energieversorger vorzeitig kündigen? Dann kannst du von deinem Sonderkündigungsrecht Strom bzw. Gas Gebrauch machen. Erfahre hier, in welchen Fällen du deinen Strom- und deinen Gasvertrag vorzeitig kündigen kannst.

Sonderkündigungsrecht Strom / Gas bei Preiserhöhung und Umzug

Nur weil du einen günstigeren Anbieter gefunden hast, kannst du deinen Vertrag nicht vorzeitig kündigen. Weitere Infos zum Wechsel deines Strom- oder deines Gasanbieters findest du in unserem Artikel Strom- und Gas-Anbieter wechseln.

Sind hingegen bestimmte Gründe gegeben, kannst du deinen Vertrag vorzeitig auflösen. Welche Voraussetzungen müssen also erfüllt sein, damit ein Sonderkündigungsrecht Strom bzw. Gas eintritt? Die nötigen Voraussetzungen sind sowohl für Strom- als auch für Gastarife identisch.

Sonderkündigungsrecht Strom: Preiserhöhung

Sonderkündigungsrecht Strom
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Erhöht dein Grundversorger seine Preise, muss er dich sechs Wochen zuvor schriftlich oder per E-Mail darüber in Kenntnis setzen. In dieser Nachricht muss er dich auch auf dein Sonderkündigungsrecht innerhalb der von ihm vorgegebenen Frist hinweisen. In der Regel ist die außerordentliche Kündigung innerhalb von zwei Wochen möglich. Allerdings nur, wenn die Preise nicht aufgrund einer Steuererhöhung oder höherer staatlicher Abgaben steigen.

Reiche deine Kündigung per Fax mit Sendeprotokoll oder per Einschreiben bei deinem Strom- oder Gasanbieter ein. Weise ihn ausdrücklich auf dein Sonderkündigungsrecht wegen der Preiserhöhung hin. Dabei handelt es sich nämlich um eine Vertragsänderung, bei der du gemäß § 41 Abs. 3 EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) ein recht zur außerordentlichen Kündigung erhältst.

Sonderkündigungsrecht Strom: Umzug

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 Möchtest du umziehen, erhältst du unter Umständen ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht Strom bzw. ein Recht zur außerordentlichen Kündigung deines Gasvertrages. Allerdings musst du hierbei unterscheiden, ob du einen befristeten oder einen unbefristeten Vertrag abgeschlossen hast.

Hast du einen unbefristeten Tarif gewählt, erhältst du bei einem Umzug ein Recht zur außerordentlichen Kündigung bei deinem Energieversorger. Bei deinem Grundversorger beträgt die Kündigungsfrist in diesem Fall zwei Wochen. Beziehst du deine Energie von einem alternativen Anbieter, kannst du die Frist in deinen Vertragsunterlagen nachlesen. Du solltest deinen Anbieter schriftlich über deinen Wunsch zur Sonderkündigung aufgrund deines Umzugs informieren – entweder als Fax oder via Brief.

Sonderkündigungsrecht Strom
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Bei einem befristeten Vertrag, hast du nur unter Umständen ein Sonderkündigungsrecht Strom bzw. Gas. Wenn dein neuer Wohnort außerhalb des Liefergebietes deines Versorgers liegt, kannst du deinen Vertrag außerordentlich kündigen. Beliefert dein Anbieter auch deinen Wohnort, musst du mit deiner Kündigung im Normalfall bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit warten. Die einzige Ausnahme von dieser Regelung ist, wenn du an deinem neuen Wohnort mehr zahlen müsstest als bisher. In diesem Fall handelt es sich um eine Preiserhöhung und du kannst wie zuvor beschrieben vorzeitig kündigen.

Einfache Kündigung mit den Vorlagen von aboalarm

Hast du ein Sonderkündigungsrecht Strom kannst du einfach die Kündigungsschreiben für Stromanbieter bei aboalarm nutzen. Auch für deinen Gasanbieter hat aboalarm das passende Kündigungsschreiben.

Gib in dem Suchfeld den Namen deines Anbieters ein und schon liefert dir aboalarm die passende Vorlage. Füge lediglich deinen Namen, deine Vertragsdaten und deinen Wunsch zur Sonderkündigung und den Grund hierfür ein und schon kannst du dein Schreiben direkt mit aboalarm an deinen Anbieter faxen.

Kein Sonderkündigungsrecht? Die ordentliche Kündigung

Die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung schützt dich vor Preiserhöhungen oder vor Verträgen, die du wegen eines Umzugs nicht mehr nutzen kannst. Du solltest stets auf die geforderten Fristen und die nötige Kündigungsform achten, sonst kann es sein, dass dein Anbieter deine Kündigung nicht akzeptiert. Diese Vorschriften kannst du am einfachsten in deinen Vertragsunterlagen nachlesen.

Sonderkündigungsrecht Strom
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Möchtest du deinen Anbieter aufgrund eines anderen Grundes als den zuvor beschriebenen kündigen, so hast du kein Sonderkündigungsrecht. In diesem Fall hast du die Möglichkeit zur ordentlichen Kündigung.

Bei einem befristeten Vertrag musst du dann bis zum Ende der Laufzeit warten. Ist dein Vertrag unbefristet, kannst du ihn jederzeit unter Einhaltung der Kündigungsfrist beenden. Im aboalarm-Blog in der Kategorie Energie findest du wichtige Kündigungstipps für die einzelnen Anbieter. Auch andere Neuigkeiten rund um die Energieversorger kannst du hier nachlesen.

 

Update: 12.7.2016

Laut dem Urteil vom Oberlandesgericht Düsseldorf vom 5. Juli 2016, greift das Sonderkündigungsrecht auch bei Preiserhöhungen auf Grund von Steuererhöhungen oder staatlicher Abgaben und Umlagen. Als rechtliche Grundlage verweist das Gericht auf den Paragraf 41 Absatz 3 Satz 2 des Energiewirtschaftsgesetzes. Auch bei „hoheitlichen Belastungen“ des Strompreises hast du also ein Sonderkündigungsrecht, erklärt die  Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen .
Das OLG befand eine Klausel der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Stromio GmbH für unwirksam, weil diese den Kunden ihr Sonderkündigungsrecht bei „hoheitlichen Belastungen“ bisher verwehrte. Der Bundesgerichtshof kann sich nun diesem speziellen Sonderkündigungsrecht annehmen, wenn Stromio von der sattgegebenen Revision Gebrauch macht, so die Verbraucherzentrale.

Um dein Recht wahr zu nehmen, wenn der Richterspruch des OLG Düsseldorf rechtskräftig wird, musst du rechtzeitig – binnen drei JahrenWiderspruch gegen deine Jahresrechnung einreichen. Beachte, dass dein Anspruch auf Wiederruf aus dem Jahr 2013 beispielsweise Ende 2016 verjähren. Die Verbraucherzentrale hat bereits einen Musterbrief für den Widerspruch verfasst, den du zu Hilfe nehmen kannst.

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