Unsicherheit vor dem Umzug – was ist zu kündigen und was bleibt?

Du hast Lust auf einen Tapetenwechsel, musst raus aus der Wohnung oder möchtest einen deiner Wohnsitze abmelden, hast aber nach all den Jahren den Überblick über deine Verträge verloren? Den gibt dir aboalarm hier.

Nach all den Jahren im eigenen Heim stapeln sich oft die Ordner mit abgehefteten Verträgen im Arbeitszimmer, alles läuft wie von selbst und nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“ verdrängt man einfach, was beim Einzug vertraglich überhaupt alles dazu kam. Dann plötzlich vor dem Umzug wird einem plötzlich bewusst, dass man gar nicht mehr weiß, was gekündigt werden muss, was man mitnehmen oder umschreiben kann. Wir helfen dir, das Chaos in den Griff zu bekommen!

Vor dem Umzug: Wohnung kündigen – unbefristet oder befristet

Vor dem Umzug
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Die erste Handlung, um zu vermeiden, vor dem Umzug in Panik zu geraten, ist die Festlegung eines Kündigungstermins, der realisierbar ist. Es hilft nichts, sich selber unheimlichen Druck zu machen, schnell aus der Wohnung zu kommen, und im Endeffekt unter den Lasten der Verpflichtungen begraben zu werden. Grundsätzlich gilt für Mietverträge eine Frist von drei Monaten. Die Frist aber unbedingt in deinem Mietvertrag nachlesen, um Missverständnissen vorzubeugen – dort habt ihr beim Einzug eventuell besondere Details festgelegt.

Eine Wohnungskündigung muss in Schriftform erfolgen. Dazu muss die der gewünschte Kündigungstermin angegeben und die genaue Adresse des zu kündigenden Objekts angeben werden. Übrigens – bei einer ordentlichen Wohnungskündigung muss kein Beweggrund angegeben werden.

Die Kündigung muss von allen im Mietvertrag bedachten Bewohnern unterschrieben werden. Dies kann auch auf verschiedenen Abmeldescheinen zum selben Termin getan werden.

Bei der Kündigung eines Mietvertrags auf Zeit ist zu allererst zu beachten, ob der Vertrag vor oder nach dem 01.09.2001 geschlossen wurde. Bei den alten Zeitmietverträgen gibt es die Möglichkeit, zwei Monate vor Ablauf der Befristung, eine Verlängerung des Vertrags zu beantragen, außerdem kann eine automatische Verlängerung besprochen worden sein. Hierbei hast du dieselben Kündigungsrechte, wie ein unbefristeter Mieter.

Bei den neuen, den qualifizierten Zeitmietverträgen gilt eine ganz neue Rechtslage. Diese spricht dem Mieter zum Ende des Vertrags seinen Kündigungsschutz und bis zum Ablauf sein Kündigungsrecht ab. Das bedeutet, dass dir ausschließlich die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung bleibt. Auch hier kannst du außerdem nur auf die Kulanz deines Vermieters hoffen – eventuell ist er mit einem von dir gestellten Nachmieter zufrieden oder hebt den Mietvertrag sogar auf.

Wann außerordentlich kündigen?

 

Vor dem Umzug
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Hast du nicht die Möglichkeit, ordentlich zu kündigen, bleibt dir noch das Sonderkündigungsrecht. Dieses tritt zum Beispiel ein, wenn dein Wohnraum modernisiert wird. Du hast dann einen Monat nach Eingang der Ankündigung Zeit zu kündigen. Geht mit dieser Modernisierung eine Erhöhung der Miete einher darfst du bis zum Ende des Folgemonats kündigen, beziehst du eine Sozialwohnung sogar bis zum dritten Werktag des Monats, in dem schon die erste neue Miete fällig wird.

Außerordentlich kündigen darfst du auch, wenn dir Mängel auffallen, die im Mietvertrag nicht abgeklärt wurden oder eine Gesundheitsgefährdung entstanden ist oder entdeckt wurde oder du durch den Vermieter persönlich sehr stark in deinem Hausfrieden beschränkt wirst.

Garagen und Co. nicht vergessen!

Oft sind im Mietvertrag auch zusätzliche Räumlichkeiten wie Garagen miteinbegriffen. Möchtest du diese behalten, obwohl du den Mietvertrag der Wohnung kündigst, musst du leider auf die Kulanz des Vermieters hoffen. Wenn du Glück hast schließt er die Wohnung vertraglich aus oder schließt mit dir nach der Kündigung des Kombivertrags einen Nachfolgevertrag für die Garage ab. Vergiss aber auch bei vertraglich extra gemieteter Garage nicht, diese unabhängig von deiner Wohnung zu kündigen! In jedem Fall musst du, falls nicht vertraglich anders geregelt, bis zum dritten Werktag eines beliebigen Monats kündigen. Dazu gibst du die Nummer deines Vertrages, den Garagenstellplatz, die Adresse des Objekts und das Datum an. Du bist die Garage dann bis zum Ende des übernächsten Monats los.

Vor dem Umzug: Wohnungsabmeldung nötig?

Eine extra Wohnungsabmeldung ist meist nicht nötig. Beantragst du eine Ummeldung, ist die Abmeldung deines alten Wohnsitzes normalerweise mit im Prozess einbegriffen. Gleichgültig, ob du innerhalb oder außerhalb der Gemeinde umziehst, musst du dich jedoch innerhalb von einer Woche unbedingt ummelden – versäumst du diese Frist, droht die ein Bußgeld von bis zu 500 Euro!

Eine separate Wohnungsabmeldung ist nur nötig, wenn du ins Ausland ziehst oder nur einen deiner mehreren Wohnsitze aufgibst. Dafür suchst du per Google das Musterformular deines jeweiligen Einwohnermeldeamts heraus und reichst es postalisch oder persönlich ein. Ist eine persönliche Unterschrift erwünscht musst du leider mit deinem Personalausweis und viel Zeit aufs Einwohnermeldeamt kommen. Die Abmeldung der Wohnung muss innerhalb von zwei Wochen erfolgen.

Übrigens: seit dem 01.11.2015 benötigt man eine elektronische oder schriftliche Bescheinigung des Vermieters über dessen Namen und die Anschrift, den Namen der meldepflichtigen Personen, das Einzugs- und Auszugsdatums und die Wohnungsanschrift. Ist aufgrund einer der beiden Parteien das Einreichen dieser Bestätigung versäumt worden, werden beide strafrechtlich verfolgt – dir drohen 1000 Euro Bußgeld und deinem Vermieter sogar bis zu 50000 Euro!

Vor dem Umzug
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Bist du schließlich – ob per Ummeldung oder nicht – abgemeldet, folgt die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt deines Kreises. Du benötigst dafür das jeweilige Gemeinde-Ummeldeformular, Personalausweis und Reisepass, die Geburtsurkunde, den Mietvertrag als Einzugsbescheinigung und die oben genannte Vermieterbescheinigung. In Bayern muss die Anmeldung übrigens zusätzlich postalisch beantragt werden.

Meldet ihr euch als Familie an, können sich bis zu vier Personen ein Formblatt teilen und nur eine Unterschrift wird benötigt. Außerdem muss aufgrund der variierenden Hundesteuer beim Einwohnermeldeamt auch dein Hund umgemeldet werden.

Hast du nur einen deiner Wohnsitze abgemeldet, musst du per Beiblatt zusätzlich einen Hauptwohnsitz festlegen.

Telefonnummer mitnehmen?

Beim Vertrag für deinen Telefonanschluss gibt es gleich mehrere Lösungen. Hier geht es vor Allem um die Lage deines neuen Wohnsitzes, die du mitsamt des Umzugsdatums an den Anbieter weitergeben musst. Liegt dieser innerhalb deines bisherigen Vorwahlbezirks, kannst du deine Telefonnummer sogar mitnehmen. Aber Achtung: oft betragen die Bearbeitungsgebühren für diesen Vorgang bis zu sechs Wochen, erkundige dich also frühzeitig.

Manchmal ist ein Umzug auch ein guter Anlass, um die Bedingungen deines aktuellen Tarifes zu überprüfen, eventuell nach dem Umzug ganz den Anbieter zu wechseln, den alten Telefonanschluss zu kündigen oder nach Absprache mit dem Anbieter an den Nachmieter zu übergeben. Darfst du am neuen Wohnort dein Vertragsvolumen nur noch reduziert nutzen, kannst du von deinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Bleibt das Vertragsvolumen gleich, kannst du den Telefonanschluss gleichbleibend am neuen Wohnort weiter nutzen. Möchtest du dann kündigen gelten für dich die normalen Kündigungsbedingungen, über die du dich bei deinem Anbieter informieren kannst.

Achtung in Sachen Post

Vor dem Umzug
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Um zu verhindern, dass deine Post verloren geht, solltest du einen Postnachsendeantrag stellen. Dies muss bis zu fünf Tagen vor dem Umzug geschehen. Dazu kontaktierst du deine E- oder Postfiliale, wählst zwischen der Dauer von sechs oder 12 Monaten und der privaten oder geschäftlichen Nutzung und zahlst einen nach Laufzeit und Optionen variierenden Preis. Hiermit bekommst du die noch an deine alte Anschrift adressierte Post an deinen neuen Wohnsitz gesendet.

Vor dem Umzug: Gas, Wasser und Strom

Natürlich müssen vor dem Umzug die Gas-, Wasser- und Strombezüge deines alten Wohnsitzes gekündigt werden. Beachte hierbei, dass bei der Kündigung bei den Stadtwerken die aktuellen Verbrauchszahlen vermerkt werden müssen. Da diese oft beim Kündigungszeitpunkt noch nicht komplett ausgewertet sind, wird die Abrechnung meist erst nachträglich vollzogen.

GEZ kündbar?

Eine Adressänderung beim deutschen Rundfunk ist zu jedem Zeitpunkt möglich.

Im Gegensatz zur vergleichsweise selbstbestimmenden Kündigung einer Wohnung jedoch, sieht die GEZ vor, dass ein Kündigungsgrund genannt wird und die Nutzung des betroffenen Geräts bewiesenermaßen nicht mehr möglich ist. Außerdem wird ausschließlich das von der GEZ vorgegebene Formular als Kündigung akzeptiert – dieses deshalb unbedingt vollständig und sorgfältig ausfüllen und persönlich unterschreiben! Die Kündigung ist dann ab dem Folgemonat wirksam.

Welche Beiträge in deinem persönlichen Fall unter Einberechnung deines neuen Wohnsitzes anfallen, kannst du beim GEZ-Rechner abrufen.

Auto ummelden

Vor dem Umzug
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Die Ummeldung deines Kraftfahrzeuges ist, so wie die Kündigung des Telefonanschlusses, abhängig von deinem neuen Wohnort. Liegt dieser in deiner bisherigen Gemeinde, musst du nur eine Adressänderung und die Änderung deines Fahrzeugscheins beziehungsweise –briefs bei deiner gewohnten KFZ-Zulassungsstelle beantragen.

Ziehst du aus der Gemeinde aus erhältst du zusätzlich zur eben erklärten Ausbesserung des Fahrzeugscheins und –briefs bei der neuen KFZ-Zulassungsstelle ein neues Nummernschild, für das du eine bescheinigte KFZ-Haftpflichtversicherung vorzuweisen hast.

Egal, ob du dich innerhalb oder außerhalb deiner Gemeinde ummeldest, musst du zum Termin die Meldebestätigung des Einwohnermeldeamts, deinen Personalausweis und deinen Fahrzeugschein und –brief mitbringen.

Vor dem Umzug: Wer muss es wissen?

Grundsätzlich musst du verpflichtend bei einigen Institutionen Meldung machen, dass du umgezogen bist. So musst du zum Beispiel unbedingt die Personalausweise und Reisepässe sämtlicher Bewohner auf der Gemeinde ausbessern lassen. Du solltest dich bei deinen Banken und Bausparkassen, der Post, der Kirche, deiner Versicherung und gegebenenfalls der Schule, dem Kindergarten, dem BAföG-Amt und der Hochschulverwaltung ummelden und deine Kundenkarten, Verbände, Vereine, Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements kündigen oder über deine neue Adresse informieren.

Vor dem Umzug: Im Überblick

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Ein Umzug ist also eine recht weitläufige Angelegenheit: Es gilt, die bei Vertragsschluss festgelegten Kündigungsfristen einzuhalten und an alle extra angemieteten Wohnräume zu denken, die vielleicht im Kopf zur Wohnung gehören und deshalb vor dem Umzug untergehen.

  • Überprüfe vielleicht bestehende Verträge und Mitgliedschaften wie solche mit Telefonanbietern und frage dich, ob du sie in der gegebenen Form noch benötigst oder eventuell weitergeben kannst.
  • Auch Gebühren, die unverändert nebenher laufen, wie die der GEZ oder die des Energieanbieters, müssen bedacht werden!
  • Lege einen Nachsendeantrag bei der Post an und informiere Versicherungen, Ämter, Banken und Behörden.
  • Erinnere dich daran, dass du gegebenenfalls auch die Verantwortung für die Angelegenheiten deiner minderjährigen Kinder und deiner Haustiere übernehmen musst.

Wenn dein letzter Umzug sehr chaotisch war, mache es doch ab jetzt besser, indem du mit aboalarm unnütze Verträge aussortierst und die neuen ordnest. So hast du beim nächsten Mal vorher alles im Griff!

Unsicherheit vor dem Umzug – was ist zu kündigen und was bleibt? Du hast dich entschieden umzuziehen und versinkst in Verträgen? Was du vor dem Umzug noch klären und kündigen musst, hat dir aboalarm hier zusammengefasst. Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1